Kommt die Schlichtung ins Stottern?

UFO: Lufthansa droht mit Stellenabbau

11.10.2012 - 15:38 0 Kommentare

Wachstumsziele verfehlt und Umbau der Germanwings - der Gewerkschaftschef der Flugbegleiterorganisation UFO, Nicoley Baublies, sieht bei den Schlichtungsgesprächen auf Seiten der Lufthansa ein "neues Erpressungspotential".

UFO-Chef Nicoley Baublies - © © dpa -

UFO-Chef Nicoley Baublies © dpa

Die Lufthansa hat nach Darstellung der Gewerkschaft Ufo in den Tarifverhandlungen für die Flugbegleiter mit einem bislang nicht bekannten Stellenabbau gedroht. «Angeblich gibt es bei der Lufthansa Passage wegen nicht erreichter Wachstumsziele bereits jetzt zu viele Leute», sagte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt.

Gemeinsam mit dem Vorgehen beim Umbau der Fluglinie Germanwings ergebe sich damit «ein ganz neues Erpressungspotenzial», das die laufende Schlichtung für die rund 18.000 Lufthansa-Flugbegleiter in Frage stelle, meinte der Gewerkschafter. Die Unternehmensführung um Chef Christoph Franz suche offenbar die Konfrontation mit der Belegschaft in der Kabine wie auch am Boden. Franz sagte hingegen, dass er nichts von Entlassungsdrohungen wisse. Er setze auf eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite. Die niedrigeren Kosten von Germanwings müssten allerdings erhalten bleiben, betonte er.

Ufo hatte vor wenigen Wochen den ersten Flugbegleiter-Streik in der Lufthansa-Geschichte gestartet, bei dem mehr als 1.000 Flüge ausfielen. Nun habe sich die Geschäftsgrundlage massiv geändert, sagte Baublies. Ob die Schlichtung unter Leitung des Wirtschaftsexperten Bert Rürup wie geplant an diesem Wochenende weitergehen könne, sei offen.

Es müsse Ufo nun vorrangig darum gehen, Entlassungen zu verhindern und Nachteile zu vermeiden für die Kollegen, die in die Billigtochter abgeschoben werden sollten. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass rund 1.200 Flugbegleiter der Lufthansa für das neue Direktflugangebot in die mit schlechteren Tarifbedingungen ausgestattete Germanwings wechseln müssten. Die Lufthansa hat allerdings versprochen, dass niemand persönliche Nachteile zu erwarten habe.

Auch die Piloten sehen bei der geplanten Verlagerung von 30 Lufthansa-Maschinen samt Besatzungen noch erheblichen Verhandlungsbedarf. «Wir sind gespannt auf die Vorschläge der Geschäftsführung», erklärte der Sprecher der Piotenvereinigung Cockpit (VC), Jörg Handwerg, in Frankfurt. Laut den am Donnerstag vorgestellten Lufthansa-Plänen sollen rund 300 Piloten wechseln. Grundsätzlich könne niemand gegen seinen Willen dazu gezwungen werden, zumal bei Germanwings ein niedrigeres Tarifgefüge gelte, sagte Handwerg.

Von: dpa
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