Ufo droht mit Klage gegen Air Berlin

06.01.2017 - 18:01 0 Kommentare

Beim geplanten Wet-Lease zwischen Air Berlin und Lufthansa will auch die Flugbegleitergewerkschaft Ufo mitreden - und dies notfalls auch per Gericht durchsetzen. Damit geht auch das Kräftemessen zwischen Ufo und Verdi in die nächste Runde.

Maschinen der Air Berlin und der Lufthansa stehen am Airport Düsseldorf. - © © dpa - Bernd Thissen

Maschinen der Air Berlin und der Lufthansa stehen am Airport Düsseldorf. © dpa /Bernd Thissen

Bei der geplanten Vermietung von 38 Flugzeugen von Air Berlin an den Lufthansa-Konzern will die Kabinengewerkschaft Ufo Mitspracherechte notfalls juristisch durchsetzen. Man wolle als Tarifpartner neben der Gewerkschaft Verdi mit der Führung von Air Berlin über die Umsetzung sprechen, sagte ein Ufo-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Falls die Konzernspitze dies verweigere, erwäge Ufo eine Klage, um die Teilnahme an Gesprächen oder Verhandlungen zu erzwingen. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Die finanziell angeschlagene Air Berlin hatte sich im Dezember mit Lufthansa darauf geeinigt, 38 Airbus-Mittelstreckenjets samt Piloten und Flugbegleitern ab 2017 für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines anzumieten.

Bei Air Berlin wird das Personal traditionell von Verdi vertreten. Ufo will ebenfalls Tarifpartner werden und hat ihren Mitgliedern unter den Air-Berlin-Flugbegleitern mitgeteilt, Gespräche mit dem neuen Vorstandschef Thomas Winkelmann über den gemeinsamen Flugbetrieb aufzunehmen.

Alle betroffenen Gewerkschaften bei Air Berlin müssten zusammenarbeiten, so der Ufo-Sprecher. Bei Air Berlin war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ufo hält Airline-übergreifende Lösungen für möglich

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Ufo in einem Schreiben an ihre Mitglieder darauf hingewiesen, Tarifpartner der Lufthansa zu sein. Bei einem Andocken von Air Berlin an die Kranich-Airline wären deshalb Airline-übergreifende Lösungen möglich.

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ist es bereits zu einem Kräftemessen zwischen Ufo und Verdi gekommen. Ein Tarifabschluss zwischen Verdi und Eurowings war von Ufo als Provokation aufgefasst worden.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Dreiergespräch zwischen Eurowings, Ufo und Verdi ist gescheitert

Von: dpa, gk
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