Ufo-Flugbegleiter stimmen in Urabstimmung für Eurowings-Tarifvertrag

02.10.2017 - 14:27 0 Kommentare

Die Mitglieder der Flugbegleitergewerkschaft Ufo haben dem "Tarifvertrag Wachstum" mit Eurowings zugestimmt - dabei geht es auch um die Air-Berlin-Integration. Aber nicht um Verdi.

Eine Flugbegleiterin der Eurowings. - © © dpa - Oliver Berg

Eine Flugbegleiterin der Eurowings. © dpa /Oliver Berg

Die Mitglieder der Flugbegleitergewerkschaft Ufo haben sich mit großer Mehrheit für einen Kompromiss im lang anhaltenden Tarifkampf mit der Lufthansa geeinigt. 98,7 Prozent hätten bei Eurowings-Deutschland für den Abschluss gestimmt, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Bei Germanwings seien es 91,7 Prozent Zustimmung gewesen.

Ufo-Chef Nicoley Baublies sagte laut Mitteilung, die "gesamte deutsche Eurowingslandschaft" sei nun "gut geregelt". Auf den "letzten Metern" sei es noch gelungen, die verbesserten Bedingungen auch für Mitarbeiter, die bei der österreichischen Eurowings-Europe in Deutschland beschäftigt werden, zu sichern.

"Für die Kollegen bei Eurowings bringt der Abschluss wichtige Verbesserungen und Perspektiven, auf die sie lange gewartet haben und für die wir drei Jahre verhandelt haben – für Kollegen, die bisher beispielsweise bei Air Berlin geflogen sind, ist es eine erste Möglichkeit sich umzuorientieren und zwar zu wirklich fairen Konditionen", so Baublies.

Eurowings und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hatten im September einen Kompromiss im Tarifstreit erzielt. Der Konflikt hatte lange gebrodelt. Zuvor war bereits eine Schlichtung des Tarifkonflikts gescheitert.

Ein von beiden Tarifpartnern unterzeichnetes Eckpunktepapier mit dem Titel "Tarifvertrag Wachstum" umfasst neben Vergütungserhöhungen für alle 1400 Flugbegleiter von Eurowings und Germanwings auch eine Gewinnbeteiligung sowie die Einführung einer arbeitgeberfinanzierten, betrieblichen Altersvorsorge.

Auch Air-Berlin-Personal kann schnell aufgenommen werden

Mit Blick auf eine mögliche Integration von Teilen der insolventen Air Berlin in die Lufthansa Group, ermöglicht die Einigung, kurzfristig externes Kabinenpersonal mit Vorerfahrung zu "fairen und wettbewerbsfähigen Vergütungsbedingungen" einzustellen, so Eurowings.

© AirTeamImages.com, Jan Ostrowski Lesen Sie auch: Eurowings stellt erste Air-Berlin-Piloten ein

Der Lufthansa-Billigflieger Eurowings bereitet sich schon auf die Übernahme vor. Die neuen Mitarbeiter sollen sich allerdings neu bewerben. Aktuell habe man mehr als 1000 Stellen ausgeschrieben, wie die Airline mitteilte: 300 für Piloten, 500 für Flugbegleiter und mehr als 200 Stellen am Boden. Bislang habe man bereits annähernd 2000 Bewerbungen von Piloten und Flugbegleitern erhalten. Insgesamt 3000 Air-Berlin-Beschäftigte sollen nach Lufthansa-Angaben überwechseln.

Verdi will Rettungsplan auch für Bodenmitarbeiter

Neben Ufo vertritt auch Verdi die Flugbegleiter bei Eurowings. Beide Gewerkschaften hatten Ende vergangenen Jahres Arbeitsniederlegungen bei Eurowings organisiert. Verdi vereinbarte ebenfalls einen neuen Tarifvertrag inklusive Air-Berlin-Beschäftigungsklauseln. Gespräche über einen gewerkschaftsübergreifenden Tarifvertrag für die Eurowings-Flugbegleiter scheiterten jedoch bislang.

© dpa, Bernd Thissen Lesen Sie auch: Eurowings und Verdi vereinbaren Grundlagen zur Personalübernahme

Für die Beschäftigten am Boden sieht die Situation derweil anders aus. Vor dem Verkauf der Air Berlin will Verdi daher die Arbeitsplätze vertraglich sichern und hat entsprechende Gespräche mit den Air-Berlin-Bietern angekündigt. Schätzungen gehen davon aus, dass allein in der Hauptverwaltung in Berlin rund 1400 Stellen wegfallen werden. Zu den Betroffenen dürften viele Bürokräfte, IT-Fachleute und Verwaltungsmitarbeiter zählen.

Das Land Berlin arbeitet Medienberichten zufolge bereits gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit an einer Transfergesellschaft für Air-Berlin-Mitarbeiter, die nach der Insolvenz und dem Verkauf der Fluggesellschaft keine Chance auf eine Weiterbeschäftigung haben.

Von: dh
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