Ufo und Eurowings suchen einen Schlichter

Bei den Lufthansa-Flugbegleitern ist der Tarifkonflikt beendet - dank einer Schlichtung. Dieses Mittel soll auch den Streit zwischen Eurowings und der Gewerkschaft Ufo beenden.

Flugbegleiterinnen der Eurowings (li.) und Lufthansa. Beide Airlines gehören zur Lufthansa Group. - © © dpa - Sven Hoppe

Flugbegleiterinnen der Eurowings (li.) und Lufthansa. Beide Airlines gehören zur Lufthansa Group. © dpa /Sven Hoppe

Mitte 2016 war der Tarifkonflikt vorbei: Die Lufthansa einigte sich mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo - dank einer Schlichtung. Dieses Mittel soll auch die Lösung im noch laufenden Streit zwischen der Lufthansa-Tochter Eurowings und der Ufo bringen.

Dass eine Schlichtung kommen sollte, war bereits bekannt. Doch jetzt haben sich Eurowings und Ufo offiziell auf einen "verbindlichen Schlichtungs- und Moderationsprozess" geeinigt, wie die Gewerkschaft mitteilte. Wer der Schlichter sein wird, ist noch nicht klar. Das werde in den kommenden Tagen besprochen, hieß es.

"Wesentliches Ziel des Prozesses war und ist es, in Zukunft ein Ausspielen der Mitarbeitergruppen untereinander und damit eine Abwärtsspirale bei den Arbeitsbedingungen zu verhindern", erklärte Sylvia De la Cruz, Vize-Vorstandsvorsitzende und Verhandlungsführerin von Ufo.

Man gehe einen weiteren wichtigen Schritt zu einem umfassenden Betriebsfrieden im Lufthansa-Konzern, sagte ein Eurowings-Sprecher. Mit der Schlichtung sei eine Friedenspflicht verbunden.

Airline und Gewerkschaft machen unterschiedliche Aussagen

Unterschiedliche Auffassungen gibt es aber über die Reichweite der angestrebten Regelungen. Laut Eurowings soll es ausschließlich um ungelöste Tarifprobleme bei den deutschen Flugbetrieben Eurowings GmbH und Germanwings gehen. Letztere ist ebenfalls für die Lufthansa-Billigplattform Eurowings unterwegs und wird auch so vermarktet, hat aber noch eigene Tarifverträge.

Ufo schwebt hingegen ein einheitlicher Tarif-Standard vor, der auch für die Flugbegleiter der ausländischen Gesellschaften gelten soll, die Eurowings-Flüge durchführen. Diese Flugbetriebe wie die Eurowings Europe in Wien unterliegen aber nicht dem deutschen Tarifrecht.

Auch Verdi mischt bei Eurowings mit

Die Gewerkschaft Verdi hat für die rund 460 Flugbegleiter der Eurowings Deutschland bereits einen Abschluss erzielt. Ufo hatte das als "massive Provokation" bezeichnet. Denn die Gewerkschaften konkurrieren in dieser Sache. Im Dezember war ein Dreiergespräch zwischen Eurowings, Ufo und Verdi gescheitert.

Beide Gewerkschaften beanspruchen jeweils für sich, bei der Lufthansa-Tochter die stärkere Gewerkschaft zu sein. Sollten beide Arbeitnehmervertretungen unterschiedliche Tarifverträge erreichen, könnte Eurowings zu einem ersten Test für das neue Tarifeinheitsgesetz werden.

© dpa, Britta Pedersen Lesen Sie auch: Lufthansa-Flugbegleiter bekommen mehr Geld und Extra-Ausbildung

Von: ch, mit Material von dpa

Datum: 20.03.2017 - 16:36

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