Ufo will Eurowings Europe tarifieren

28.11.2018 - 09:49 0 Kommentare

Eigentlich endet Tarifrecht an den Landesgrenzen. Doch bei der österreichischen Eurowings Europe könnte es zu einem Novum kommen - dem die Airline-Spitze laut der Gewerkschaft Ufo sogar selbst zugestimmt hat.

Flugbegleiterin von Eurowings. - © © Eurowings - Athenea Diapouli-Hariman

Flugbegleiterin von Eurowings. © Eurowings /Athenea Diapouli-Hariman

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo strebt Tarifverhandlungen bei dem österreichischen Ableger Eurowings Europe an. Man stelle aktuell eine Tarifkommission zusammen, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies zu airliners.de. Seit dem Spätsommer gibt es für das fliegende Personal von Eurowings Europe ein Tarifwerk in Österreich.

Dort operiert die Eurowings-Tochter an den Flughäfen Salzburg und Wien. Allerdings leitet der Ableger auch das Engagement der Lufthansa-Billigplattform in Palma de Mallorca und in München. Und an der Stelle wird es kompliziert.

Ufo: "Schriftlich zugesichert"

Denn eigentlich endet Tarifrecht an den Landesgrenzen. Sprich: Für die österreichische Eurowings Europe wäre komplett die dortige Gewerkschaft zuständig. Doch die Vida hat lediglich Konditionen für die österreichischen Basen ausgehandelt - für Deutschland und Spanien kann sie nicht verhandeln.

Mit dem Kollektivvertrag der österreichischen Gewerkschaft Vida hat sich Eurowings Europe stark an die Tarifverträge der Eurowings Deutschland angenähert. So haben sich allein am Standort Wien die Bedingungen um durchschnittlich etwa 15 Prozent gegenüber dem bisher untarifierten Niveau verändert, geht aus dem Werk hervor, das airliners.de vorliegt. Dieser Durchschnittswert ist auch wegen einer Systemumstellung der variablen Gehaltsanteile abhängig von der Einsatzstruktur und der Gehaltsstufe.

Im Fall München möchte dies für die Kabine nun Ufo übernehmen. "Vor einem Jahr hat Eurowings uns schriftlich zugesagt, dass man mit uns Tarifverhandlungen für den Betrieb aufnehmen will, wenn die Basis in München über 2018 hinaus besteht", so Baublies weiter. "Dass der österreichische Arm vom Flughafen an der Isar verschwindet, ist nicht zu sehen."

Ob Ufo auch die andere große Luftverkehrsgewerkschaft, Vereinigung Cockpit, folgt, ist nicht klar. Offiziell will die Pilotengewerkschaft dies nicht kommentieren.

19 Flugzeuge von Eurowings Europe

Eurowings Europe operiert 19 Flugzeuge der A320-Familie unter "EW"-Flugcode. Der österreichische Ableger übernimmt damit etwa 13 Prozent der aktuell geplanten Eurowings-Flüge.

Flüge unter "EW"-Code
Angaben in Prozent
Eurowings
Deutschland
40.6
Germanwings 26.0
Eurowings
Europe
13.4
LGW 10.7
Tuifly 5.5
Sun Express 2.5
Brussels
Airlines
0.7
CSA Czech Airlines 0.6

Verteilung nach Abflügen vom 26. November bis 2. Dezember 2018. Quelle: ch-Aviation, eigene Berechnung

Von: cs
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