Ufo-Chef Baublies fordert Pakt zum Lufthansa-Konzernumbau

29.10.2015 - 15:03 0 Kommentare

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (Ufo) hat von der Lufthansa erneut ein besseres Tarifangebot verlangt. Anlass der Forderung sind die angehobenen Gewinnaussichten des Konzerns.

UFO-Chef Nicoley Baublies - © © dpa -

UFO-Chef Nicoley Baublies © dpa

Angesichts eines kräftigen Gewinnsprungs bei der Lufthansa hat Ufo-Chef Nicoley Baublies die Forderung der Flugbegleitergewerkschaft nach einem verbesserten Tarifangebot des Unternehmens bekräftigt. Noch liege zwar nichts auf dem Tisch, "aber wir hoffen sehr, dass die Tarifabteilung auch mal einen Blick in die Zwischenbilanz geworfen hat", schrieb der Gewerkschaftschef in einem Brief an die Flugbegleiter.

Er bezieht sich dabei auf die von der Lufthansa Group vorgestellten Zahlen zum dritten Quartal. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) legte um 51 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu, der Konzern hob die Erwartung für das Gesamtjahr an.

Ufo hatte das letzte Tarifangebot der Lufthansa als Provokation zurückgewiesen und das Unternehmen aufgefordert, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern. Andernfalls seien Streiks wahrscheinlich.

Lufthansa hat mehrere Tarifkonflikte zu lösen

Viele der Ergebnisverbesserungen ließen sich zwar auf Einmaleffekte oder den niedrigen Ölpreis zurückführen, räumte Baublies ein. Doch der größte Beitrag zum Konzernergebnis komme aus dem Passagiergeschäft. Der Ufo-Chef forderte, die Lufthansa-Führung müsse die Mitarbeiter "mitnehmen" und auch mit den anderen Beschäftigtengruppen auf "realistische" Weise an die Umstrukturierung des Konzerns gehen. "Hier braucht es einen echten Pakt - einen Pakt, der frei nach 'Mutti' heißt: Wir schaffen das."

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Tarifkonflikt beim Lufthansa-Kabinenpersonal droht zu eskalieren

Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr verhandelt der Konzern derzeit nicht nur wieder mit den Flugbegleitern, sondern auch mit den Gewerkschaften VC für die Piloten sowie mit Verdi für das Bodenpersonal. Er habe fest vor, die Verhandlungen zum Erfolg zu führen, so Spohr. Ziel sei es, die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Immer mehr Mitarbeiter würden erkennen, dass die strukturellen Veränderungen im Konzern unumkehrbar seien.

Von: ch, dpa, dpa-AFX
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