Überraschender Chefwechsel beim Air Cargo Club Deutschland

12.01.2017 - 14:15 0 Kommentare

Winfried Hartmann, bislang Präsident des Air Cargo Clubs Deutschland, hat überraschend sein Amt aufgegeben. Als Grund nannte er neue berufliche Schwerpunkte. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter, Mathias Jakobi.

Winfried Hartmann, Christoph Papke und Mathias Jakobi (von links) - © © ACD -

Winfried Hartmann, Christoph Papke und Mathias Jakobi (von links) © ACD

Die Entscheidung kam für die 224 Mitglieder des Air Cargo Clubs Deutschland (ACD) völlig überraschend: Auf der ersten turnusmäßigen Sitzung der Luftfrachtvereinigung in diesem Jahr gab der bisherige ACD-Präsident Winfried Hartmann seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung bekannt. Als wesentlichen Grund nannte er neue berufliche Schwerpunkte beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, die ihn zeitlich stark beanspruchen würden. Dadurch blieben ihm kaum Kapazitäten zur Ausübung des Ehrenamtes beim ACD.

In Hartmanns Fußstapfen tritt ab sofort Mathias Jakobi, der bisherige Vizechef des ACD. Diese ehrenamtliche Funktion übt der Zentraleuropachef des Airline-Verbandes IATA schon seit Jahren aus. Ihm zur Seite steht Schatzmeister Christoph Papke, der diese Aufgabe weiterhin wahrnehmen wird.

Bei Fraport war Hartmann früher Chef der Frachtabfertigung, wurde vor vier Jahren aber zum Leiter Vertrieb und Kundenbetreuung im Bereich Passage ernannt. Als Folge dieser beruflichen Neuorientierung liegt sein Tätigkeitsfokus neuerdings auf der infrastrukturellen Ausstattung des künftigen Passagierterminals T3 sowie der Ansiedlung von Low-Cost-Airlines in Frankfurt. Aus dem Tagesgeschäft der Luftfracht sei er ganz raus, was ihn ebenfalls dazu bewogen habe, von der Spitze des ACD zurückzutreten und nur noch einfaches Mitglied zu bleiben, sagte er.

Als Branchenplattform gestärkt

Hartmann stand drei Jahre lang an der Spitze der Lobbyvereinigung. In seiner Zeit konnte der ACD seine Außenwahrnehmung als Branchenplattform und die mediale Präsenz stärken. Dies etwa durch Veranstaltungen mit namhaften Gastreferenten aus der Luftfrachtbranche, eine Diskussion mit dem hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek al-Wazir (Grüne) oder durch die Darlegung von dringenden Anliegen der Luftfrachtindustrie vor den Mitgliedern des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages.

© ACD, Lesen Sie auch: ACD-Präsident im Interview: "Luftfracht hat wenig Glamour"

Eine Folge der verstärkten Aktivitäten und öffentlichen Präsenz war, dass die Zahl der ACD-Mitglieder unter Hartmanns dreijähriger Ägide um 38 Prozent anstieg.

Der durch den Rücktritt Hartmanns auf zwei Mitglieder geschrumpfte ACD-Vorstand wird in dieser personellen Konstellation bis Januar 2018 weitermachen, bestätigten Jakobi und Papke. Dann finden die zweijährigen routinemäßigen Neuwahlen des Leitungsgremiums statt.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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