Gewerkschaften «selbstmörderisch»

Überlebt Alitalia das Wochenende nicht?

13.09.2008 - 18:03 0 Kommentare

Die schwer angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia hat nach Worten ihres Insolvenzverwalters nur noch Treibstoff für einen Tag. «Für morgen haben wir unsere Flüge noch gesichert, aber nicht für Montag», warnte Augusto Fantozzi die Gewerkschaften, wie die Nachrichtenagentur ANSA am Samstag berichtete.

Alitalia Maschinen am Boden - © © dpa -

Alitalia Maschinen am Boden © dpa

Alitalia könnte ab Montag am Boden bleiben. Die Airline habe dann kein Geld für Kerosin mehr, teilte der Insolvenzverwalter Augusto Fantozzi der Airline am Samstag mit. Zugleich drohte er mit dem Beginn von Entlassungen. Am Freitag waren die Verhandlungen über die Rettung der Alitalia an der Blockadehaltung der Gewerkschaften erneut gescheitert.

Fantozzi macht nun Druck auf die Gewerkschaften, damit sie doch noch dem harten Sanierungsplan zustimmen. Er drohte, als Erstes müssten die Besatzungen der bereits aus dem Verkehr gezogenen 34 Flugzeuge entlassen werden. Er hatte die Gewerkschaftsvertreter am Samstag zu einem Krisengespräch geladen. Schätzungen zufolge fliegt die Alitalia pro Tag einen Verlust von zwei Millionen Euro ein.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi will sich in die Rettungsbemühungen einschalten und kritisierte am Samstag die Position der Gewerkschaften als «selbstmörderisch». Italien hatte für den jüngsten Rettungsversuch die Airline zerschlagen und dafür extra Gesetzesänderungen beschlossen. Das italienische Unternehmerbündnis CAI um die Großbank Intesa San Paolo, das sich zur Übernahme des nach der Aufspaltung der Holding nicht mehr mit hohen Altlasten belasteten Gesellschaft entschlossen hatte, brach daraufhin die Gespräche mit den Gewerkschaften ab. Im Rahmen des Rettungsplans sollten zwischen 3000 und 7000 der insgesamt fast 20 000 Stellen bei Alitalia gestrichen werden. Die Gewerkschaften der Piloten und der Flugbegleiter hatten sich schon vor Tagen gegen die Pläne ausgesprochen.

Air France-KLM wollte Alitalia eigentlich übernehmen. Auch diese Pläne scheiterten aber bereits an Forderungen der italienischen Gewerkschaften. Ende April hatte Air France-KLM ihr Übernahmeangebot für die italienische Fluggesellschaft zurückgezogen.

Von: dpa
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