U-Bahnwaggons werden von Parchim nach Indien geflogen

20.02.2009 - 15:29 0 Kommentare

Mit einem neuen Auftrag nimmt der Parchim International Airport den Frachtflugbetrieb in diesem Jahr auf. Ab Mittwoch werden vier U-Bahnwaggons der neuen Movia-Serie des Herstellers Bombardier von der mecklenburgischen Kleinstadt aus nach Indien geflogen, wie Hermann Ertl, Technikmanager des Flughafens, am Freitag mitteilte. Der Spezialtransport erfolge in Flugzeugen vom Typ Antonow 124. Ziel sei die indische Hauptstadt Neu Delhi.

Antonow 124 - © © AirTeamImages.com -

Antonow 124 © AirTeamImages.com

Die im Görlitzer Bombardier-Werk hergestellten Verkehrszüge werden den Angaben zufolge auf Lastwagen nach Parchim gebracht. Mit Hilfe eines 80-Tonnen-Krans sollen die 22 Meter langen, 3,10 Meter breiten und 4 Meter hohen Waggons dann auf eine eigens gebaute und mit U-Bahnschienen versehene Rampe gehievt werden. Die jeweils 42 Tonnen schweren Waggons gelangen dann mittels einer Seilwinde an Bord der Frachtmaschine.

Mit dem Auftrag soll auch wieder Bewegung auf das Parchimer Rollfeld kommen. Seit Ende Oktober war auf dem 2007 an den chinesischen Investor Jonathan Pang privatisierten ehemaligen Militärflugplatz keine Transportmaschine gelandet. Geplant war, dass täglich drei bis fünf Frachtflugzeuge Parchim ansteuern sollten.

Die wirtschaftliche Situation der Logistikbranche sei derzeit eine Katastrophe, sagte Klaus Grützmacher, Berater des Parchimer Flughafeneigentümers LinkGlobal. Insbesondere Exporteinbrüche in Asien, vor allem in China, hätten zu einem dramatischen Rückgang an logistischen Dienstleistungen geführt. In Parchim war 2008 mit dem Umschlag von 3550 Tonnen Luftfracht das bislang beste Ergebnis erreicht worden.

Der Flughafen war 1994 aus militärischer in eine zivile Nutzung überführt worden. Seither wurden 30 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert. Der Airport wirbt mit einer 24-Stunden-Betriebserlaubnis, einer Startbahnlänge von 3000 Metern und seiner zentralen Lage zwischen den Metropolregionen Berlin und Hamburg um den Einstieg ins internationale Frachtfluggeschäft.

Von: ddp
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