Turkish Airlines fliegt Milliardengewinn ein

01.03.2016 - 13:42 0 Kommentare

Turkish Airlines hat für 2015 einen Rekordgewinn verkündet: Erstmals konnte die Airline über eine Milliarde Dollar einfliegen. Deutschland ist ein wichtiger Markt für die aufstrebende Airline vom Bosporus.

Flugzeuge der Turkish Airlines auf dem Flughafen Istanbul Atatürk. - © © AirTeamImages.com - Daniel Nicholson

Flugzeuge der Turkish Airlines auf dem Flughafen Istanbul Atatürk. © AirTeamImages.com /Daniel Nicholson

Mit umgerechnet 1,08 Milliarden US-Dollar Gewinn (2,993 Milliarden Lira - rund 993,4 Millionen Euro) hat Turkish Airlines das Jahr 2015 mit einem neuen Rekordergebnis abgeschlossen. Das geht aus einem Börsenbericht hervor, den die größte türkische Fluggesellschaft jetzt veröffentlicht hat.

Bei einem Umsatz von rund 9,7 Milliarden US-Dollar (+19 Prozent) waren die Erlöse den Angaben nach im Vergleich zum Vorjahr um satte 65 Prozent gestiegen. Operativ weist Turkish Airlines einen Gewinn von 895 Millionen Dollar aus, ein Plus von 72 Prozent.

Zwölf Prozent mehr Passagiere

Vor dem Hintergrund politischer und wirtschaftlicher Spannungen in der Region habe sich Turkish Airlines in einem intensiven Wettbewerb äußerst gut behauptet, sagte Turkish-Vorstandschef Ilker Ayci.

Dabei konnte Turkish Airlines im vergangenen Jahr auch die Passagierzahlen deutlich erhöhen: Mit 61,2 Millionen Passagieren transportierten die Türken rund zwölf Prozent mehr Gäste. Die Airline hatte ihre Sitzplatzkapazitäten um rund 13,6 Prozent erhöht, so dass die Auslastung von 79 auf 78 Prozent sank.

Turkish Airlines: Entwicklung Passagierzahlen und Gewinne
Nettogewinn in 100 Mio. Lira Passagiere in Mio.
2005 1.38 14.1
2006 1.79 16.9
2007 2.65 19.6
2008 11.34 22.6
2009 5.59 25.1
2010 2.86 29.1
2011 0.19 32.6
2012 11.33 39.0
2013 6.83 48.3
2014 18.19 54.7
2015 29.93 61.2

Mehr Flugzeuge, neues Heimatdrehkreuz

Dabei stehen die Zeichen bei Turkish Airlines auch weiter auf Wachstum. Die aktuell über 300 Flugzeuge umfassende Flotte werde 2016 um weitere 33 Einheiten wachsen, teilte die Fluggesellschaft nun mit.

Die Star-Alliance-Airline setzt bei ihren Zukunftsplänen vor allem auf ihr neues Drehkreuz, den Flughafen Yeni Havalimani in Istanbul, der mit etwas Verzögerung im Februar 2018 eröffnen soll. In Europa befürchtet die Luftfahrtbranche eine Umlenkung von Passagierströmen zu Lasten des eigenen Aufkommens.

© dpa, Lena Klimkeit Lesen Sie auch: Turkish-Airlines-Chef: Europäische Flughäfen verlieren den Anschluss

14 Zielflughäfen in Deutschland

Strategisch liegt Istanbul in der Tat deutlich günstiger als die drei Flughäfen am Persischen Golf: Von Istanbul aus benötigt Turkish Airlines keine Langstreckenflugzeuge, um Passagiere etwa aus Deutschland abzuholen, damit sie über das neue Drehkreuz nach Asien weiterfliegen können. Zudem unterliegt Turkish Airlines keinen Beschränkungen wie etwa Emirates, Etihad oder Qatar Airways, was die Landerechte in Deutschland angeht.

Bereits heute fliegt Turkish in Deutschland neben den großen Hubs zahlreiche Regionalflughäfen an. Die Fluggesellschaft will auch ihre Billigtochter Anadolujet nach Deutschland schicken, wobei ein Start zum Sommerflugplan 2016 offenbar nicht mehr auf der Agenda steht. Traditionell nutzt Anadolujet die Start- und Landeerlaubnis der Muttergesellschaft Turkish Airlines per Codesharing. Deutschlandweit bekäme die Billigtochter damit Zugriff auf 14 Flughäfen.

Dass das Wachstum in Istanbul die Flughafenlandschaft in Europa bereits heute verändert, zeigte sich derweil spätestens im vergangenen Jahr: 2015 hatte Istanbul Atatürk nach Passagierzahlen Frankfurt als drittgrößten Flughafen in Europa überholt.

Von: dh
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