Tuifly verlässt Anfang November den Flughafen Zweibrücken

16.09.2014 - 13:02 0 Kommentare

Tuifly kehrt dem Flughafen Zweibrücken am 7. November den Rücken und startet ab dem kommenden Jahr vom Saarland aus. Das ist ein schwerer Schlag für den vom Aus bedrohten Airport.

Zumindest bis Anfang November ist der Flugbetrieb in Zweibrücken mittlerweile gesichert. - © © Flughafen Zweibrücken  -

Zumindest bis Anfang November ist der Flugbetrieb in Zweibrücken mittlerweile gesichert. © Flughafen Zweibrücken

Der vor dem Aus stehende Flughafen Zweibrücken hat wenige Tage vor dem Ende der Investorensuche seinen größten Kunden verloren. Die Fluggesellschaft Tuifly startet nur noch bis zum 7. November von dem Airport in der Westpfalz, wie das Unternehmen am Dienstag bestätigte. Passagiere, die ab dem 8. November ab Zweibrücken fliegen wollten, werden auf andere Airports umgebucht. Alle für den Sommer 2015 ab Zweibrücken geplanten Flüge gehen dann von Saarbrücken ab.

Die Entscheidung wurde in der rheinland-pfälzischen Landesregierung mit Bedauern, aber auch mit Verständnis aufgenommen. Die Airline hat einen Anteil von etwa 65 Prozent am Flughafengeschäft. Außerdem hält sie bis Anfang November den Flugbetrieb mit einer Finanzspritze aufrecht. Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sprach angesichts des Wechsels von einer guten Nachricht. Tuifly war vor gut sieben Jahren von Saarbrücken nach Zweibrücken gewechselt.

Investorensuche läuft nur noch wenige Tage

Bis zum 22. September läuft die offizielle Suche nach Interessenten für den Flughafen Zweibrücken, der im Juli Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hatte. Auslöser war das Signal der EU-Kommission, dass der verschuldete Airport staatliche Beihilfen von bis zu 56 Millionen Euro ans Land zurückzahlen muss. Er liegt aus EU-Sicht zu nah am Flughafen der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Saarbrücken erhielt den Zuschlag Unternehmensangaben zufolge nach der Insolvenzankündigung. «Wir haben diese Entscheidung im Sinne unserer Kunden getroffen», sagte ein Sprecher. Sie sollten frühzeitig Klarheit haben. Geplant sind Nonstop-Flüge zu sieben Urlaubszielen rund ums Mittelmeer und auf die Kanaren. Nach Angaben des Sprechers hat das Unternehmen einen Teil seiner Flotte mit speziellen Start- und Landesystemen ausgerüstet. Das mache es möglich, auf der kürzeren Bahn in Saarbrücken voll ausgelastet zu starten. 2007 war Tuifly auch wegen der längeren Bahn nach Zweibrücken gewechselt.

«Es ist völlig offen, wie es weitergeht.»

Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium hoffe weiter, dass eine fliegerische Nutzung des Flughafens Zweibrücken auch künftig möglich sei, sagte ein Sprecher. Der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters, Sebastian Brunner, sagte, für den Flughafen komme es nun darauf an, ob ein Investor gefunden werde und welches Konzept dieser habe. «Es ist völlig offen, wie es weitergeht.»

Die CDU-Landtagsfraktion zeigte sich enttäuscht über den Abzug. «Diese Entscheidung ist eine Folge des Insolvenzverfahrens», sagte CDU-Fraktionsvize Christian Baldauf. «Offensichtlich sieht Tuifly für den Flughafen Zweibrücken keine Perspektive mehr.»

Rehlinger sagte nach Angaben eines Sprechers im Ministerrat, die Entscheidung der Airline helfe dem Saarland, die Vorgaben des Flughafen-Businessplans zu erfüllen, der mit der EU-Kommission abgesprochen sei. Tuifly sei auch nicht mit unlauteren Mitteln gelockt worden. Das Unternehmen zahle für Starts und Landungen exakt die Preise, die in der Entgeltordnung vorgesehen seien. Darüber hinaus könne es wie jedes neue Unternehmen am Flughafen von Förderrabatten profitieren.

Von: dpa
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