Tuifly-Piloten stimmen für Einsparungen

15.11.2017 - 17:29 0 Kommentare

Bei Tuifly sind Kündigungen im Zuge der Air-Berlin-Insolvenz vorerst vom Tisch. Nachdem die Piloten einem Maßnahmenpaket zur Kostensenkung zugestimmt haben, gehen nun Verhandlungen mit Kabinen- und Bodenmitarbeitern weiter.

Ein Flugzeug der Tuifly landet in Hannover. - © © dpa - Julian Stratenschulte

Ein Flugzeug der Tuifly landet in Hannover. © dpa /Julian Stratenschulte

Beim Ferienflieger Tuifly ist der Abbau von Arbeitsplätzen infolge der Air-Berlin-Insolvenz zunächst vom Tisch. Tuifly hatte rund ein Drittel ihrer Flotte samt Personal an die insolvente Airline vermietet. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat nun einem Tarifvertrag zugestimmt, der die angedrohte Entlassung abwenden soll.

Wie airliners.de von mit den Verhandlungen vertrauten Quellen erfuhr, haben die Piloten einem von der Geschäftsführung geforderten Verzicht auf Zusatzleistungen zugestimmt. Dabei geht es vor allem um eine Nullrunde bei den vereinbarten Gehaltszuwächsen für 2018 sowie den Wegfall tariflicher Ausgleichszahlungen für kurzfristige Dienstplanänderungen.

Zudem soll bei den Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag die "Steigerung der Produktivität" im Fokus stehen. Im Gegenzug verpflichtet sich Tuifly, bis zum Laufzeitende des aktuellen Tarifvertrags im Jahr 2020 mindestens 39 Flugzeuge zu beschäftigen. 83 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder hätten für die Ändereungen gestimmt.

Verhandlungen mit Kabinen- und Bodenmitarbeitern gehen weiter

Tuifly werde nun die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi für die Kabinenmitarbeiter und das Bodenpersonal wieder aufnehmen, die wegen der Piloten unterbrochen worden waren, bestätigte ein Sprecher von Tuifly. Noch im Oktober waren bei Tuifly Gespräche mit den Tarifpartnern über mögliche Kostensenkungen erfolglos geblieben.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Tuifly gerät mit Air-Berlin-Zerschlagung in Bedrängnis

Air Berlin hatte bei Tuifly 14 Jets samt Besatzung gechartert, rund ein Drittel der gesamten Tuifly-Flotte. Sieben Maschinen wurden nach der Insolvenz von Air Berlin bereits an die Tui-Airline zurückgegeben. Die sieben restlichen Boeing 737 sind an die Lufthansa-Tochter Eurowings verleast und fliegen derzeit zu neuen Konditionen für Niki.

Zuvor galt der seit 2009 laufende Wetleasingvertrag der Tuifly mit Air Berlin als nicht zu kündigender Knebelvertrag, der die Berliner Airline zuletzt finanziell stark belastete. Beobachtern zufolge übernimmt Lufthansa die Konditionen nicht sondern kauft die Flugleistungen nun zu Preisen, die bei Tuifly unter den derzeitigen Tarifkonditionen nicht kostendeckend sind.

Tuifly gilt bei Tui als zu teuer

Tuifly hatte im vergangenen Jahr einen neuen Tarifvertrag mit ihren Piloten vereinbart. Für die Piloten der Fluggesellschaft gilt daher aktuell die Friedenspflicht. Dennoch kam es zu einem wilden Streik gegen eine zuvor geplante Zusammenlegung mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki unter dem Dach von Etihad und Tui, der für Tui sehr teuer wurde.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Bei Tuifly brodelt es schon lange

Es ist kein Geheimnis, dass die deutsche Tuifly bei der Tui schon seit langem als Klotz am Bein gilt. Das zeigt sich schon allein daran, dass Tui für ihre Pauschalreisen gerne auch auf Kapazitäten anderer Airlines zurückgreift. Oft ist ihnen die deutsche Airline im Vergleich zu externen Anbietern zu teuer.

Tuifly-Mitarbeiter und Flotte

Die in Hannover ansässige Tuifly hat rund 2500 Mitarbeiter: 1200 Flugbegleiter, 700 Beschäftigte beim Bodenpersonal sowie etwa 550 Piloten. Die Flotte der Tuifly besteht momentan aus 39 Maschinen des Typs Boeing 737. Pro Flugzeug sind das rund 64 Mitarbeiter.

Von: dh mit dpa
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