Tuifly wird auch ohne Niki für Eurowings fliegen

21.12.2017 - 08:00 0 Kommentare

Airline-Chef Keppler bestätigt Gerüchte, wonach der Air-Berlin-Wet-Lease der Tuifly trotz des abgeblasenen Niki-Kaufs auf Eurowings übergeht. Auch äußert er sich zu neuen Langstrecken-Plänen des Ferienfliegers.

Roland Keppler.

Roland Keppler.
© Tui

Boeing der Tuifly wird von einem Push-Back-Fahrzeug aus der Parkposition gezogen.

Boeing der Tuifly wird von einem Push-Back-Fahrzeug aus der Parkposition gezogen.
© AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Tuifly wird ab dem kommenden Jahr trotz der abgeblasenen Übernahme des Ferienfliegers Niki durch Lufthansa für deren Billigtochter Eurowings abheben. "Sieben Maschinen werden wir - vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung - ab Anfang 2018 für Eurowings bereedern", sagte Airline-Chef Roland Keppler im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Über den Leasing-Vertrag hatte airliners.de bereits Mitte Oktober berichtet.

Bei den sieben Flugzeugen handelt es sich dem Vernehmen nach um jene sieben Boeing-Maschinen, die zuletzt für Niki unterwegs waren. Sie waren Teil eines langfristig ausgelegten, nur einseitig kündbaren und zu horrenden Kosten abgeschlossenen Wet-Leases zwischen Tuifly und Air Berlin.

Maschinen werden in zwei Stufen eingeflottet

Tuifly will neben den sieben an Eurowings vermieteten Maschinen auch die anderen Boeing-Flugzeuge des Vertrags wieder einflotten. Ein Drei-Jahres-Vertrag sieht vor, dass die Tuifly künftig mit 32 Maschinen statt der heute 25 Jets fliegen wird.

Keppler: "Das erfolgt in zwei Stufen: 2018 sind es 29 Flugzeuge, und 2019 sind dann 32." Dazu kommen die sieben Flugzeuge, die für Eurowings betrieben werden, "sodass wir in Summe 39 Flugzeuge haben werden“"

"Die Fluggesellschaft gehört zu Tui"

Die Frage, so Keppler, sei indes zudem nicht mehr, ob der Reisekonzern Tui eine eigene Airline brauche. "Der Konzern hat entschieden: Die Fluggesellschaft gehört zu Tui."

Roland Keppler. Foto: © Tui

Nach der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit habe auch Verdi einem Tarifvertrag zugestimmt, der angedrohte Entlassungen abwenden solle. Keppler bezifferte die Einsparungen auf ein Gesamtvolumen von knapp 30 Millionen.

Neue Langstreckenpläne von Tuifly

Perspektivisch ist neben einem effizienteren Betrieb der Maschinen auch an eine Ausweitung des Flugnetzes im Langstrecken-Bereich gedacht. Keppler: «Wir werden unseren Radius ohnehin ausbauen, da wir ab 2019 die Boeing 737 MAX mit höherer Reichweite in die Flotte integrieren werden.» Konkrete Ziele nannte er nicht.

Eine Bedrohung durch eine Stärkung des Ferienfliegers Condor im Falle einer Übernahme der insolventen Niki sieht Keppler nicht. Allerdings bekundet er Interesse an eventuell frei werdenden Niki-Slots.

Schlechtes Image innerhalb des Konzerns

Jahrelang galt Tuifly in der Branche als Sorgenkind des Reisekonzerns. Das zeigt sich schon allein daran, dass Tui für ihre Pauschalreisen gerne auch auf Kapazitäten anderer Airlines zurückgreift. Oft ist ihnen die deutsche Airline im Vergleich zu externen Anbietern zu teuer.

© Tui, Lesen Sie auch: Tui-Chef sieht Wachstumschancen für Tuifly

Zu Jahresbeginn sollte der Ferienflieger unter der Regie Etihads noch mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in ein Touristik-Joint-Venture gebracht werden. Gegen die Pläne gab es eine Krankheitswelle ("Go Sick") der Tuifly-Piloten.

Die Fusion scheiterte allerdings schon Wochen bevor die Araber die finanziellen Hilfen an die Berliner einstellten. Auch neue Anläufe für die Fusion blieben ohne Erfolg.

Von: cs
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