Tuifly-Klagen könnten Europäischen Gerichtshof beschäftigen

27.03.2017 - 17:01 0 Kommentare

Zahlreiche Klagen gegen Tuifly sind noch offen. Das Amtsgericht Hannover prüft derzeit, ob es den EuGH einschaltet. Die Entscheidung soll schon sehr bald fallen.

Eine Boeing 737 der Tuifly am Airport Düsseldorf. - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Eine Boeing 737 der Tuifly am Airport Düsseldorf. © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Nach dem Chaos um ausgefallene und verspätete Flüge im vergangenen Herbst prüft das Amtsgericht Hannover eine mögliche Einschaltung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Am 6. April soll dazu ein Beschluss verkündet werden, sagte jetzt Sprecherin Catharina Erps.

Dabei werde es ganz konkret um eine noch zu klärende Kernfrage für den Einzelfall gehen, die dem EuGH zur Prüfung vorgelegt werden soll. Eine Signalwirkung für die anderen in Hannover noch anhängigen 1360 Fälle erwartet Erps von der EuGH-Antwort aber nicht: "Es kommt immer auf den Einzelfall an."

Airline beruft sich auf außergewöhnlichen Umstand

Im Kern geht es bei den Klagen um die Frage, ob Tuifly den Klägern Entschädigungen zahlen muss. Bisher wollte die zum weltgrößten Reisekonzern Tui gehörende Airline die betroffenen Urlauber nicht auf Basis der Fluggastrechteverordnung entschädigen, da es die massenhaften Krankmeldungen von Crews im Herbst 2016 als wilden Streik wertete.

Sie erstattet nur den Reisepreis und macht höhere Gewalt geltend. Eine Frage an den EuGH könnte daher sein, ob er die Situation als außergewöhnlichen Umstand betrachtet oder nicht.

© dpa, Holger Hollemann Lesen Sie auch: Nach Flugausfällen bei Tuifly: Kläger bekommen Entschädigung

Im Herbst 2016 hatten viele Piloten und Flugbegleiter die Arbeit niedergelegt. Zuvor war bekanntgeworden, dass Tuifly unter Führung der arabischen Fluglinie Etihad mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki im Rahmen eines Joint-Ventures zu einer Fluggesellschaft verschmelzen soll.

An mehreren Tagen fielen reihenweise Flüge aus. Tui musste rund 3000 Reiseverträge kündigen, die meist mehrere zusammen reisende Personen betrafen. Die Flugausfälle im Oktober 2016 kosteten Tui 22 Millionen Euro - mögliche Kosten für den Rechtsstreit nicht inklusive.

Von: ch, dpa
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