Die Born-Ansage (47) ( Gastautor werden )

Tuifly kann jetzt "Fly sein"

24.11.2016 - 11:10 0 Kommentare

Das Okay von Tui zum neuen Ferienflieger von Tuifly und Air Berlin macht auch für unseren Kolumnisten Karl Born Sinn. Bei der Namensfindung könnte das Jugendwort des Jahres 2016 Pate stehen, findet er.

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. - © © airliners.de, Karl Born -

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. © airliners.de, Karl Born

"Fly sein" wurde gerade vom Langenscheidt-Verlag als "Jugendwort des Jahres 2016" gewählt und bedeutet (angeblich) so viel wie "besonders abgehen". Das passt doch ausgezeichnet zur neuesten Entwicklung von Tuifly: gestern "noch krank", aber morgen "Fly sein".

Das wäre ohnehin eine gute Idee, der jüngsten Airline den Namen des Jugendwortes 2016 "Fly sein" zu geben (zumindest besser als der bisher genannte Arbeitstitel Blue sky). "Da geht was ab", das junge Klientel der Urlaubsreisenden und das Klientel der sich noch jung Fühlenden und das Klientel der ewig Jungen (68er) fühlt sich angesprochen. Und was wollen wir alle im Urlaub? Fly sein natürlich.

Also, liebe Marketingprofis, Arbeit einstellen, Problem Nr. 1, Finden eines Namens, ist gelöst. Zumal man beides so herrlich verbinden kann: "Tuiflysein", ein Feeling für die hannoverschen Airliner für immer.

Bleibt noch Problem Nr. 2, nämlich diesen Verbund auch tatsächlich zum Fliegen zu bringen. Ein Joint Venture mit drei Partnern auf den Weg zu bringen gilt als besonders hohe Business-Kunst, schon bei zwei Partnern gibt es erfahrungsgemäß eine nicht unerhebliche "Verlustquote". Aber sind wir optimistisch.

Partner Nr. 1, Tui, hat schon mal sein Okay gegeben, zumal eine eigene Fluggesellschaft zu haben, nicht mehr so weit oben auf der touristischen Agenda steht. Im Moment gilt "schwimmendes Investment" (Kreuzfahrtschiffe) geht vor "fliegendes Investment".

Partner Nr. 2, Etihad, ist doch gleich zweifach happy. Endlich Licht am Ende des Tunnels für Air Berlin, der unsägliche, nicht kündbare Deal Tui (Tuifly) und Air Berlin ist vom Tisch (das Plumpsen des entsprechenden Steines hörte man von Berlin bis Hannover). Desweiteren grundsätzlich im Geschäft zu sein mit der Touristik-Nummer Eins in der Welt entspricht der eigenen Anspruchshaltung von Abu Dhabi.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Tui stellt wichtige Weiche für Umbaupläne von Air Berlin und Tuifly

Jetzt kann man sich auf Sonntag freuen, wenn in Abu Dhabi das letzte und entscheidende Rennen der Formel 1 stattfindet. Wer dieses Rennen schon in den Vorjahren gesehen hat, wird sich an "Etihad"-Werbung an fast allen Stellen der Rennstrecke erinnern. Das ist in den Augen der Macher vom Golf "World Champions League", da sind dann Berlin, Hannover und Wien nicht nur geografisch weit weg.

Partner Nr. 3, Air Berlin, so weissagt es zumindest das Nachrichtenportal Bloomberg in seinen jüngsten Nachrichten, interessiert sich ohnehin mehr dafür, wie hoch der Verkaufspreis für Niki sein kann. Da muss dann schon Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen. Und der potenzielle Käufer Etihad ist nach dem Formel 1- Rennen, wahrscheinlich auch in viel besserer Stimmung.

Aber insgesamt macht der vor kurzem noch für unglaublich gehaltene Deal Sinn und alle Partner werden danach das Gefühl "Fly sein" innig fühlen.

Über den Autor

Professor Karl BornAls Redner auf Führungskräfte- und Verbandstagungen ist Karl Born in der ganzen Welt unterwegs. Als "Querdenker der Reisebranche" für seine "Bissigen Bemerkungen" ausgezeichnet, nimmt der ehemalige Airline- und Touristikmanager auch in Sachen Luftverkehr kein Blatt vor den Mund.
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Von: Karl Born für airliners.de
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