Tuifly und Condor liegen beim Klima-Ranking vorn

10.12.2018 - 09:09 0 Kommentare

Die Ferienflieger Tuifly und Condor gehören erneut zu den Top Ten der am wenigsten klimaschädlichen Airlines der Welt. Das stellt die Umweltorganisation Atmosfair in einer neuen Studie fest.

Ein Flugzeug hinterlässt am Berliner Himmel Kondensstreifen. - © © dpa - Patrick Pleul

Ein Flugzeug hinterlässt am Berliner Himmel Kondensstreifen. © dpa /Patrick Pleul

Im jährlichen "Arline-Index" der Organisation Atmosfair gehören wieder zwei deutsche Airlines zu den Gesellschaften mit der höchsten Klimaeffizenz: Tuifly landete auf Platz vier und Condor auf Platz neun, wie Atmosfair am Samstag mitteilte. Tuifly hatte 2017 einen Platz höher gelegen, Condor auf demselben Rang.

Den Spitzenplatz erreichte wie im Vorjahr die britische Airline Tui Airways vor der brasilianischen Latam. Atmosfair bewertet rund 200 große Gesellschaften weltweit nach ihrer Umweltbelastung.

Der Index basiert auf dem CO2-Ausstoß einer Fluggesellschaft pro Kilometer und Passagier auf allen geflogenen Strecken. Von den 50 klimafreundlichsten Airlines kommen 14 aus Europa und zehn aus China.

Noch kein klimaneutrales Wachstum

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Effizienzsteigerungen der Airlines weltweit derzeit allein noch nicht zum 1,5-Grad- oder 2-Grad-Ziel führen", sagte Atmosfair-Chef Dietrich Brockhagen über die Auswirkungen der Emissionen auf die globale Erwärmung. "Wir brauchen neue, synthetisch und CO2-neutral hergestellte Treibstoffe und weitere Maßnahmen für die Klimawende im Flugverkehr."

Global wuchsen 2018 die CO2-Emissionen der Airlines um fünf Prozent, die geflogenen Kilometer legten indes um gut sechs Prozent zu. Es sei noch offen, wie die Branche ihre Emissionen so stark senken wolle, dass sie im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen nach 2050 CO2-frei werde, monierten die Aktivisten.

Die notwendige Entkopplung von Verkehrswachstum und CO2-Emissionen ist damit weiter nicht in Sicht.

Atmosfair-Chef Dietrich Brockhagen

Neue Flugzeugmodelle - zum Beispiel die Boeing 787-9, der Airbus A350-900 oder der Airbus A320 Neo - legen laut Atmosfair die Messlatte für erreichbare CO2-Effizienz deutlich höher und sparen riesige Mengen Kerosin. Immerhin jede zehnte untersuchte Linie schaffte es, trotz mehr geflogener Kilometer ihre CO2-Emissionen konstant zu halten - dank Effizienz-Steigerung.

"Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens, das weltweit schnelle und weitreichende CO2-Reduktionen verlangt", betonte die Organisation. Allerdings liegen diese Airlines bei der absoluten Klimaeffizienz auch nur im oberen Mittelfeld. "Das zeigt die Herausforderung, die CO2-Effizienz fortlaufend zu steigern."

Verbrauch pro Passagierkilometer unterscheidet sich stark

Die Aktivisten gaben auch Hinweise, wie jeder Flugreisende einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Wenn möglich, sollte man Flüge mit Umsteigen vermeiden.

Zudem könne jeder vor einer Buchung in dem Klima-Index nachschlagen, welche Airline am umweltfreundlichsten unterwegs sei. Denn der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer könne auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch liegen wie derjenige einer anderen.

© dpa, Andreas Gebert Lesen Sie auch: Wie kann die Luftfahrt umweltfreundlicher werden? Antworten aus dem Cockpit

Darüber hinaus habe jeder Fluggast die Möglichkeit, zum Ausgleich seines Flugs Geld für den Klimaschutz in Entwicklungsländern zu spenden. Oder man entscheidet sich bei kürzeren Distanzen für das Bahnfahren.

Von: pra, dpa
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