Tuifly-Ärger drückt Tui operativ tiefer ins Minus

15.05.2017 - 13:38 0 Kommentare

Tui kann den Konzernverlust im ersten Halbjahr zwar verkleinern, doch das Minus im operativen Geschäft wird größer. Dies liegt unter anderem an den massenhaften Krankmeldungen der Tochter Tuifly.

Die Tui-Konzernzentrale in Hannover. - © © Tui -

Die Tui-Konzernzentrale in Hannover. © Tui

Der weltgrößte Reisekonzern Tui hat sein erstes Geschäftshalbjahr zum 31. März bilanziert. In der gewöhnlich schwachen Wintersaison wuchs der Umsatz laut Unternehmen zwar um drei Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Auch der Konzernverlust schrumpfte um 19 Prozent auf 363 Millionen Euro, da sich hohe Abschreibungen auf die Beteiligung an der Reederei Hapag-Lloyd nicht wiederholten. Doch der um Sonderposten bereinigte operative Verlust stieg um rund vier Prozent auf 214 Millionen Euro.

Dies liege laut Unternehmensmitteilung neben Wechselkurseffekten auch an der späten Lage der Osterfeiertage. Da diese im laufenden Jahr im April lagen, fallen auch die Reiseumsätze bei Tui diesmal ins zweite Geschäftshalbjahr. Auch die massenhaften Krankmeldungen bei der Airline Tuifly im Oktober vergrößerten das Minus, so das Unternehmen.

Marktreaktion

Tui wurde vor zwei Jahren von Eventim aus dem M-Dax gedrängt. In London ist Tui weiterhin im FTSE, dem Leitindex der Londoner Börse, gelistet. Dort gab die Aktie innerhalb der ersten Stunde nach Handelsbeginn um rund fünf Prozent nach und notierte bei 1,125 Pfund.

Viele Piloten und Flugbegleiter legten damals die Arbeit nieder, nachdem bekanntgeworden war, dass Tuifly unter Führung der arabischen Fluglinie Etihad mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in eine Holding integriert werden soll.

Reihenweise Flüge fielen aus. Tui musste rund 3000 Reiseverträge kündigen, die meist mehrere zusammen reisende Menschen betrafen. Die Flugausfälle kosteten den Reisekonzern laut der nun vorgelegten Zahlen 24 Millionen Euro.

Die Zusammenführung von Tuifly mit Niki hängt weiter in der Luft. Ob das Bündnis zum Winter oder erst zum Sommerflugplan 2018 zustande kommt, wagte Tui-Vorstandschef Friedrich Joussen nicht zu sagen. Die vorbereitenden Gespräche mit der EU-Kommission seien fast abgeschlossen, danach werde die Genehmigung beantragt. Der Tuifly-Niki-Deal ist Teil der Rettungspläne für die hoch verschuldete Air Berlin.

© dpa, Peter Steffen Lesen Sie auch: Amtsgericht Hannover richtet Kernfrage zu Tuifly-Klagen an den EuGH

Joussen zeigte sich zuversichtlich, den bereinigten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um mindestens zehn Prozent zu steigern, wenn man Währungsschwankungen herausrechnet. Die Buchungen für den Sommer lägen trotz der schwierigen Lage in der Türkei und Ägypten derzeit um vier Prozent höher als im Vorjahr. Dies liege vor allem an der starken Nachfrage nach Griechenland oder der Karibik.

Von: cs, mit Material von dpa-AFX
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