Ausgang offen Tui und Tui Travel sprechen über mögliche Fusion

18.01.2013 - 01:12 0 Kommentare

Wie sieht die Zukunft des Reiseriesen Tui aus? Wenn Vorstandschef Frenzel im Februar frühzeitig abtritt, könnte ein großer Umbau bevorstehen.

TUI-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale in Hannover - © © TUI -

TUI-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale in Hannover © TUI

Europas größter Reisekonzern Tui lotet mit seiner britischen Pauschalreise-Tochter Tui Travel eine Zusammenführung der beiden Unternehmen aus. «Die Gespräche sind in einem sehr frühen Stadium», teilte Tui Travel am Mittwoch in Crawley bei London mit. Tui habe sich an die unabhängigen Aktionärsvertreter im Verwaltungsrat gewandt. Ob der Vorstoß aus der Konzernzentrale in Hannover erfolgreich ist, bleibt noch offen. Er «könnte oder könnte nicht zu einer Kombination der beiden Unternehmen führen», hieß es.

Umgekehrt sei eine Übernahme der Tui AG durch ihre Tochter - an der Börse als «Reverse Takeover» bezeichnet - nicht geplant, erklärte Tui Travel. Damit wiesen die Briten anderslautende Berichte vom gleichen Tag zurück; dies solle für Klarheit am Markt sorgen. Bis zum 13. Februar müsse die Konzernmutter entweder ein Übernahmeangebot abgeben oder förmlich erklären, dass sie dies nicht beabsichtige.

Die Tui AG ist bisher nur mit gut 56 Prozent an ihrer wichtigsten Tochter beteiligt. Aufsichtsratschef Klaus Mangold hatte sich vor Monaten dafür ausgesprohen, die komplexe Struktur von der Zentrale aus umzubauen.

Zwar ist die Mutter für das Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft zuständig, das touristische Kerngeschäft steuert aber Tui-Travel-Chef Peter Long. Bereits seit längerem wird darüber spekuliert, ob die Tui AG die restlichen knapp 44 Prozent an Tui Travel kaufen und das Unternehmen dann etwa mit dem deutschen Veranstaltergeschäft und der Fluglinie Tuifly zusammenbringen könnte. Der neue Tui-Deutschland- Chef Christian Clemens ließ im Herbst offen, welchen Platz der deutsche Ableger im Verhältnis zu Tui Travel einnehmen könnte.

Tui Travel war 2007 aus der Fusion der Tui-Veranstaltersparte mit dem Konkurrenten First Choice entstanden. Der Tui AG, zu der auch die verbliebene Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd gehört, fehlte für eine Komplettübernahme lange Zeit das Geld.

Seither wurde immer wieder über mehrere Varianten gemutmaßt. Entweder könnte die Tui AG die übrigen Anteile von Tui Travel von den übrigen Aktionären kaufen. Alternativ könnte sie die den deutschen Mutterkonzern übernehmen. Dabei blieben allerdings Experten zufolge steuerliche Verlustvorträge von 3,5 Milliarden Euro ungenutzt, die bei der ersten Variante zur Geltung kämen. Alternativ prüften die Hannoveraner zwischenzeitlich dem Vernehmen nach, ob sie nur das Zentraleuropa-Geschäft mit der Tui Deutschland GmbH aus Tui Travel herauskaufen. Die jetzt diskutierte Alternative ist ein Aktientausch.

Von: dpa
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