Euro und frühe Ostern belasten Tui Travel verdient weniger

09.08.2012 - 14:29 0 Kommentare

Europas größter Veranstalter Tui Travel hat im dritten Quartal weniger verdient als im Jahr zuvor. Angesichts starker Buchungen schürt Unternehmenschef Peter Long Hoffnungen für den Hochsommer.

Peter Long, CEO Tui Travel - © © TUI Travel -

Peter Long, CEO Tui Travel © TUI Travel

Der schwache Euro und die frühen Osterferien haben bei Europas größtem Reiseveranstalter Tui Travel den Start in den Sommer getrübt. Dennoch blickt Unternehmenschef Peter Long angesichts anziehender Urlaubsbuchungen mit Zuversicht auf die wichtigste Reisezeit des Jahres. "Wir sehen eine starke Nachfrage für den Hochsommer", sagte der Manager am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen in Crawley bei London. Auch wenn der Euro-Kurs den Gewinn belaste, werde die wichtigste Tochter des deutschen Reisekonzerns Tui im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September die Erwartungen voraussichtlich erfüllen.

Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni verdiente Tui Travel wegen der früheren Osterferien insgesamt weniger als ein Jahr zuvor. Der um Sondereffekte wie Umstrukturierungskosten bereinigte operative Gewinn ging um 16 Prozent auf 74 Millionen britische Pfund (93,5 Mio. Euro) zurück. Auch der Umsatz sank im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 3,7 Milliarden Pfund. Der schwache Euro kam dem Veranstalter dabei gar nicht zupass, denn wegen des Wechselkurses bleibt von den in Euro erzielten Einnahmen weniger Gewinn in Pfund übrig.

Mehr hochpreisige Reisen

Unterdessen gelang es Tui Travel, in Großbritannien trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage des Landes mehr teurere Sommerreisen abzusetzen. Zwar buchten bis jetzt fünf Prozent weniger Briten ihren Sommerurlaub bei dem Veranstalter als noch vor einem Jahr. Dafür entfielen fast zwei Drittel aller Buchungen auf die lukrativeren speziellen Angebote, die sich etwa an Senioren, Sportler oder Familien richten. Bei diesen tobt der Preiskampf unter den Veranstaltern weniger heftig. Im Schnitt kostete eine gebuchte Reise dadurch neun Prozent mehr.

Deutsche zieht es wieder nach Griechenland

Die Deutschen entschieden sich derweil wieder stärker für Sommerurlaub in Griechenland. Seit Ende April zogen die Buchungen für das von der Schuldenkrise geplagte Land um vier Prozent an. Über alle Reiseziele hinweg hat Tui Travel inzwischen 84 Prozent seiner Angebote für den deutschen Markt verkauft. Zwei Prozent mehr Gäste und drei Prozent höhere Preise sorgen dabei für ein Umsatzplus von fünf Prozent.

Nordafrika bleibt schwierig

Nur mit der Entwicklung in Frankreich ist die Unternehmensspitze nicht zufrieden. Auch anderthalb Jahre nach Beginn der politischen Umwälzungen in Tunesien und Ägypten haben die Franzosen vielfach noch nicht zu ihren Lieblingsreisezielen in Nordafrika zurückgefunden. Die Erholung der Nachfrage gehe langsamer voran als erwartet, hieß es. Tui Travel versucht weiterhin, das Ruder dort herumzureißen.

Air Berlin zieht Tui Travel nach unten

Auf die ersten neun Monate des Geschäftsjahres gesehen liegt Tui Travel mit einem Umsatz von 9,1 Milliarden Pfund mit zwei Prozent im Plus. Unter dem Strich weitete sich der Verlust allerdings um acht Prozent auf 284 Millionen Pfund aus, auch weil das Unternehmen den Wert seiner Beteiligung an der angeschlagenen Air Berlin um zehn Millionen Pfund nach unten korrigierte. Reiseveranstalter fahren den Großteil ihrer Gewinne in der Sommersaison ein. Damit gleichen sie die üblichen roten Zahlen aus dem Winterhalbjahr aus.

Dennoch erwartet Long, dass das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September die Erwartungen erfüllt. Analysten rechnen mit einem bereinigten operativen Gewinn von 431 Millionen Pfund. Der deutsche Mutterkonzern Tui, der 56 Prozent der Tui-Travel-Aktien hält, will seine Quartalsbilanz am Dienstag (14. August) veröffentlichen.

Von: dpa-AFX
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