Tui wächst im dritten Quartal

10.08.2017 - 15:23 0 Kommentare

Reisekonzern Tui präsentiert mehr Umsatz – Analysten sprechen von einem ordentlichen Ergebnis. Angesprochen auf das gescheiterte Bündnis zwischen Niki und Tuifly bleibt Konzern-Chef Joussen unkonkret.

Tui-Chef Friedrich Joussen - © © Tui Group -

Tui-Chef Friedrich Joussen © Tui Group

Der weltgrößte Reisekonzern Tui profitiert trotz Türkei-Krise und Brexit-Wirbel stärker von der Urlaubslust der Europäer. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni legte der Konzern bei Umsatz und operativem Gewinn deutlich zu.

In den Monaten April bis Juni ging es bei Tui im laufenden Geschäft kräftig aufwärts. Der Umsatz stieg dank Wechselkursen und des späten Ostertermins im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte.

Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Ebita) legte um 38 Prozent auf fast 222 Millionen Euro zu. Vor allem die Kreuzfahrtsparte und die konzerneigenen Hotels und Clubs wie Riu und Robinson warfen mehr ab.

Gewinn bricht um fast die Hälfte ein

Unter dem Strich musste der Konzern jedoch einen Gewinneinbruch um 45 Prozent auf 48 Millionen Euro verbuchen. Grund war der Verkauf der Spezialreise-Sparte Travelopia, die der Konzern nur mit einem Buchverlust losgeworden war.

Der lukrative Verkauf von Anteilen an der Container-Reederei Hapag-Lloyd konnte dies nicht wettmachen. Tui hat sich nach fast zwei Jahrzehnten von der Beteiligung an der Container-Reederei getrennt. Ein Teil des dabei entstandenen Buchgewinns geht aber erst im laufenden Geschäftsquartal ins Ergebnis ein.

Commerzbank ist zufrieden

Analyst Adrian Pehl von der Commerzbank sprach von einem ordentlichen Quartal, das die Zuversicht für die geplante Gewinnsteigerung erhöhe. Die Aktie lag am Mittag im Londoner Markt leicht im Minus, jedoch nicht so tief wie der Leitindex FTSE 100.

Für das Geschäftsjahr bis Ende September sieht Tui-Chef Friedrich Joussen den Konzern auf Kurs. Erstmals in der Unternehmensgeschichte habe Tui nach neun Monaten einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) erzielt. Im laufenden Geschäftsjahr soll er - bereinigt um Währungsschwankungen - weiterhin um mindestens zehn Prozent steigen.

Der Umsatz soll währungsbereinigt jetzt um mehr als drei Prozent wachsen - und damit stärker als bisher gedacht. Reiseveranstalter erzielen den Großteil ihrer Gewinne in der Hauptreisezeit im Sommer, während sie im Winter Verluste einfahren.

Neue Chance für Tuifly-Joint-Venture?

Für den laufenden Sommer verzeichnet Tui bisher vier Prozent mehr Buchungen als vor einem Jahr. Der Umsatz liegt wegen höherer Preise insgesamt sogar acht Prozent höher. Die starke Nachfrage nach Urlaub in Ländern wie Spanien und Griechenland gleiche den erneuten Rückgang in der Türkei aus, hieß es. Auch für die Kapverden, Kroatien, Italien, Bulgarien und Fernziele wie die Karibik verzeichnet der Konzern höhere Urlauberzahlen.

Kann sein, kann auch nicht sein.

Tui-Chef Friedrich Joussen auf die Frage, ob es einen neuen Anlauf zur Fusion von Tuifly und Niki geben wird.

Die deutsche Konzernfluglinie Tuifly sieht Joussen trotz der gescheiterten Pläne für ein Bündnis mit Etihad und der Air-Berlin-Tochter Niki auf gutem Kurs. Der Ferienflieger stehe dank einer guten Auslastung seiner Flieger sehr gut da. Ob Tui einen neuen Anlauf für ein Bündnis mit Niki oder einer anderen Airline unternimmt, ließ der Manager offen:

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: Niki-Deal: Etihad bricht Gespräche mit Tui ab

Von: cs, dpa-AFX
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