Tui soll kommende Woche über Pläne mit Tuifly und Air Berlin entscheiden

18.11.2016 - 14:02 0 Kommentare

Wann wird Tuifly mit einem Teil von Air Berlin zusammengelegt? Laut Informationen von airliners.de soll der Tui-Aufsichtsrat schon bald darüber entscheiden. Der Austausch mit Arbeitnehmern läuft derweil weiter.

Flugzeuge von Air Berlin und Tuifly am Flughafen Hannover. - © © dpa - Julian Stratenschulte

Flugzeuge von Air Berlin und Tuifly am Flughafen Hannover. © dpa /Julian Stratenschulte

Der Tui-Aufsichtsrat entscheidet Mitte der kommenden Woche über die Pläne mit Tuifly und Air Berlin. Das geht aus einem Brief der Tuifly-Geschäftsführung an die Mitarbeiter hervor. Das Schreiben liegt airliners.de vor.

Darin heißt es weiter: Etihad sowie die kartellrechtlichen Behörden müssten ebenfalls zustimmen. Die neue Airline soll am 1. April 2017 auf Basis eines abgestimmten Flugplans operativ starten.

Fluggesellschaft soll "Blue Sky" heißen

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" stehen inzwischen auch die Eckdaten für die Zusammenlegung der Tuifly mit der touristischen Sparte von Air Berlin - und werden von den Mitarbeitern so akzeptiert.

Demnach soll der Start der neuen Fluggesellschaft mit dem Projektnamen "Blue Sky" bis Ende November bekannt gegeben werden. Ein Sprecher des Reisekonzerns Tui, dem Tuifly gehört, wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren.

Neue Airline soll aus zwei Teilen bestehen

Die Air-Berlin-Großaktionärin Ethihad Airways, Tui sowie eine österreichische Stiftung sollen dem "SZ"-Bericht zufolge Gesellschafter der neuen Airline werden. Diese soll aus zwei Teilen bestehen, nämlich Tuifly und Niki. Letztere ist die österreichische Tochter von Air Berlin.

Die Anteile sollen sich wie folgt verteilen: 51 gehen an die Stiftung, 25 Prozent an Etihad und 24 Prozent an Tui. Air-Berlin-Chef Stefan Pichler werde in Personalunion auch Vorsitzender der Stiftung, so die SZ.

Austausch mit Arbeitnehmern läuft weiter

Man befinde sich "in einem intensiven Austausch mit den Arbeitnehmergremien", heißt es jetzt in dem Schreiben an die Tuifly-Mitarbeiter. Der Dialog habe dazu geführt, dass die Sichtweise der Arbeitnehmer "in wesentlichen Punkten in die Verhandlungen mit Etihad eingeflossen ist".

Als die Umbau-Pläne bei Tuifly Anfang Oktober bekannt geworden waren, hatten sich viele Crew-Mitglieder krank gemeldet. Der Flugbetrieb musste weitestgehend eingestellt werden. Daraufhin waren den Mitarbeitern Zusagen gemacht worden.

So werde das Unternehmen für mindestens drei Jahre eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in Hannover bleiben, hieß es. Die Arbeitsverträge, Tarifpartner und Tarifverträge blieben bestehen und Betriebsräte sowie Personalvertretungen im Amt. Einschnitte bei den Gehältern werde es nicht geben.

© dpa, Peter Steffen Lesen Sie auch: Massen-Krankmeldungen bringen Tuifly fast zum Stillstand

Seit Jahren sind 14 Tuifly-Mittelstreckenjets samt Personal zu im Branchenvergleich teuren Konditionen an Air Berlin vermietet. Tui wollte den auf zehn Jahre angelegten Vertrag eigentlich nicht aufgeben. Die unsichere Zukunft von Air Berlin, die seit Jahren hohe Verluste einfliegt und sich nur dank Finanzspritzen von Etihad in der Luft hält, brachte Tui jedoch dazu, nach einer anderen Lösung zu suchen.

Von: ch, mit Material von dpa
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