Tui will Fluggesellschaften stärker verzahnen

04.02.2015 - 14:50 0 Kommentare

Die Airlines der Tui sollen künftig stärker zusammenarbeiten. Von den Plänen wäre auch die deutsche Tuifly betroffen. Deren Sitz könnte von Hannover nach London verlegt werden.

TUI-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale in Hannover - © © TUI -

TUI-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale in Hannover © TUI

Der weltgrößte Reisekonzern Tui prüft nach erfolgter Komplettfusion mit der britischen Tochter Tui Travel eine stärkere Verzahnung von fünf seiner sechs Airlines. Betroffen ist auch Deutschlands viertgrößte Fluggesellschaft, der Ferienflieger Tuifly mit Sitz in Hannover. «Es geht darum, unsere Kräfte zu bündeln», erklärte ein Tui-Sprecher am Mittwoch. Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms «One Aviation» würden mehrere Modelle geprüft. Dabei gehe es etwa um Überschneidungen beim Kerosineinkauf oder dem Flottenmanagement. Eine Entscheidung stehe aber noch nicht an.

Bereits im vergangenen März hatte Tui-Chef Friedrich Joussen in einem Interview der «Wirtschaftswoche» Änderungspläne angedeutet: Es stelle sich die Frage nach dem Sinn einer Vielzahl von Airlines unter einem Dach.

Sorge vor möglichem Stellenabbau

Unter den Beschäftigten in Hannover hätten die Planungen Sorge vor einem möglichen Stellenabbau ausgelöst, sagte Konzernbetriebsratschef Frank Jacobi. Auch er betonte jedoch, dass es bisher noch keine konkreten Beschlüsse gebe. Die hannoversche «Neue Presse» hatte am Mittwoch berichtet, dass die Flugzentrale der Tuifly nach London verlagert werden könnte und so 800 Jobs am Airport in Gefahr seien.

Die in Hannover ansässige Tuifly hat rund 2400 Mitarbeiter: 1150 Flugbegleiter, 700 Beschäftigte beim Bodenpersonal sowie etwa 550 Piloten. Die Flotte der Tuifly besteht nach Unternehmensangaben momentan aus 38 Maschinen des Typs Boeing 737. 14 Flugzeuge sind seit dem Winterflugplan 2009/10 im Wet-Lease-Einsatz für Air Berlin unterwegs.

© TUI, Lesen Sie auch: Fusion noch vor Weihnachten: Tui wird neuer Tourismus-Gigant

Tuifly ist vor allem auf Mittelstrecken konzentriert, während die britische Thomson überwiegend die Langstrecken bedient. Insgesamt verfügt der Tui-Konzern mit seinen 77.000 Mitarbeitern im Fluggeschäft bei den konzerneigenen Airlines Tuifly Deutschland, Thomson Airways, TuiFly Nordic, Jetairfly sowie ArkeFly über 140 Flugzeuge.

Die französische Tui-Fluglinie Corsair spielt bei den Plänen bisher keine Rolle. Laut Medienberichten will sich der Konzernvon dieser Airline-Tochter trennen. Derzeit sollen Gespräche mit Interessenten laufen. Air Caraibes gilt als ein möglicher Übernahmekandidat.

Von: dpa, airliners.de
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