Airline-Verkauf: Tui verhandelt nicht mit Thomas Cook

12.02.2019 - 10:26 0 Kommentare

Seit vergangener Woche stehen die Airlines des Thomas-Cook-Konzerns zum Verkauf. Nun stellt Konkurrentin Tui klar: Wir beobachten den Markt, sind mit der Condor-Mutter aber nicht in Gesprächen. Ausschließen will Chef Joussen aber nichts.

Tui-Chef Friedrich Joussen. - © © Tui -

Tui-Chef Friedrich Joussen. © Tui

Der weltgrößte Reisekonzern Tui wittert angesichts von Schieflagen in der Branche Morgenluft. "Wir sind in einer sehr starken Position, um von der anstehenden Konsolidierung zu profitieren", sagte Vorstandschef Fritz Joussen auf der Hauptversammlung in Hannover.

Dabei müsse es nicht unbedingt um die Übernahme von Wettbewerbern gehen. So sei der Konzern nicht in Gesprächen mit seinem Rivalen Thomas Cook (Neckermann Reisen), der gerade seine komplette Airline-Sparte samt der Fluglinie Condor zum Verkauf gestellt hat. "Wir sind in diesem Markt ein aktiver Beobachter", sagte Joussen.

Quartalszahlen

Unerwartet starke Buchungen für die Urlaubsziele Türkei und Nordafrika haben Tui im typischerweise schwachen ersten Quartal bis Ende Dezember tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. In der Folge seien Betten auf den Kanarischen Inseln frei geblieben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Auch der lange Sommer in Nordeuropa und die Schwäche des britischen Pfund bremsten die Nachfrage. Tui-Chef Fritz Joussen hatte sein Gewinnziel deshalb bereits in der vergangenen Woche gekappt.

Die Zahlen: In den Monaten Oktober bis Dezember steigerte Tui den Umsatz um gut vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Der saisontypische Quartalsverlust stieg um fast 28 Prozent auf 139 Millionen Euro, der operative Verlust (bereinigtes Ebita) fiel mit 84 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor.

Die Prognose: Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet Joussen nun ein operatives Ergebnis etwa auf Vorjahreshöhe - und damit bei knapp 1,2 Milliarden Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Ein klares Nein zu einer Übernahme ließ sich der Manager jedoch nicht entlocken. "In Sachen Konsolidierung sollte man nie etwas ausschließen." Er habe bei Zukäufen jedoch eher das Geschäft mit Dienstleistungen wie Ausflügen in Urlaubsgebieten im Sinn.

Joussen erklärt Preiskampf mit Überkapazitäten

Den Preiskampf unter Ferienfliegern und Reiseveranstaltern erklärt der Manager mit den anhaltenden Überkapazitäten, die aus dem Markt verschwinden müssten. So seien die durch die Pleite von Air Berlin weggefallenen Flüge durch andere Fluggesellschaften inzwischen mehr als kompensiert worden.

Billigflieger wie Easyjet nähmen in Deutschland Verluste in Kauf, um hierzulande Marktanteile zu gewinnen. Kleinere Airlines wie Germania gingen pleite. Der Tui-Konzern wolle in diesem Markt sein Pulver trocken halten.

Von: airliners.de mit Material von dpa-AFX
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