Tui-Chef sieht Wachstumschancen für Tuifly

13.12.2017 - 13:11 0 Kommentare

Jahresbilanz bei Tui: Das laufende Geschäft warf im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr Gewinn ab, doch Tuifly trug nicht dazu bei. Konzernchef Joussen sieht nach der Air-Berlin-Pleite Potenzial.

Tui-Chef Friedrich Joussen: Krankmeldungen bei Tuifly im Herbst 2016 belasteten im Veranstaltergeschäft. Foto: © Tui

Tui-Chef Friedrich Joussen sieht die Folgen der Pleite von Air Berlin aus Sicht der Tui weitgehend bewältigt. Von den 14 Jets, die der konzerneigene Ferienflieger Tuifly jahrelang samt Besatzung an Air Berlin und deren Tochter Niki vermietet hatte, seien bereits sieben für die Lufthansa-Tochter Eurowings unterwegs. Für die übrigen Maschinen sieht er genügend Bedarf am Markt.

Das laufende Geschäft warf im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr Gewinn ab. Das lag vor allem an den konzerneigenen Hotels sowie den Kreuzfahrtschiffen, während die massenhaften Krankmeldungen bei der Fluglinie Tuifly im Herbst 2016 und die Folgen der Air-Berlin-Pleite im Sommer 2017 das Ergebnis im Veranstaltergeschäft nach unten zogen.

Wir hatten mehr Kunden und höhere Preise - also beides gut.

Friedrich Joussen, Chef von Tui

Im Geschäftsjahr bis Ende September trotzte Tui der Terrorangst bei den Kunden, der Krise in der Türkei, Wirbelstürmen in der Karibik und den Unsicherheiten rund um den Brexit. Obwohl durch das schwache britische Pfund umgerechnet in Euro weniger in die Kasse kam, wuchs der Konzernumsatz um acht Prozent auf 18,5 Milliarden Euro.

Der Überschuss ging zwar um mehr als ein Drittel auf 645 Millionen Euro zurück. Allerdings hatte Tui ein Jahr zuvor beim Verkauf der Tochter Hotelbeds einen hohen Sondergewinn eingestrichen.

Wachstum bis 2020 angepeilt

Konzernweit wuchs der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebita) um gut zehn Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Ohne Währungsschwankungen belief sich der Zuwachs auf zwölf Prozent und übertraf damit die Pläne des Vorstands, der sich mindestens zehn Prozent vorgenommen hatte.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Tuifly gerät mit Air-Berlin-Zerschlagung in Bedrängnis

Dieses Ziel soll Tui nun auch in den kommenden Geschäftsjahren bis 2020 erreichen. Den Aktionären winkt eine Dividende von 65 Cent je Aktie - zwei Cent mehr als im Vorjahr.

Von: cs mit Material von dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Der Kampf um die Strandurlauber ist eröffnet. Airline-Pleite entfacht Charter-Debatte

    Die Insolvenz der deutschen Small Planet hat eine Diskussion über die Zukunft des touristischen Flugmarkts ausgelöst. Ein Segment, das laut eines Experten ohnehin sehr volatil ist und sich nach Niki gerade neuordnet.

    Vom 20.09.2018
  • Das Tui-Logo ist auf dem Heck und dem Flügel eines Flugzeugs zu sehen. Tui-Airlines rücken näher zusammen

    In mehreren Bereichen wollen die Airlines des Reisekonzerns Tui nun enger zusammenarbeiten. Auch die deutsche Tuifly rückt näher an ihre ausländischen Kollegen heran - ihre Eigenständigkeit soll sie aber behalten.

    Vom 09.07.2018
  • Bordverkauf auf einem Lufthansa-Flug. Lufthansa steigert Zusatzgeschäfte um 23 Prozent

    Die Lufthansa Group hat 2017 mit Extras deutlich mehr Umsätze gemacht. Bei einigen großen Airlines sind die Zusatzgeschäfte dagegen zurückgegangen, zeigt eine Analyse - sogar bei Easyjet.

    Vom 02.08.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus