Tui-Airlines rücken näher zusammen

09.07.2018 - 11:04 0 Kommentare

In mehreren Bereichen wollen die Airlines des Reisekonzerns Tui nun enger zusammenarbeiten. Auch die deutsche Tuifly rückt näher an ihre ausländischen Kollegen heran - ihre Eigenständigkeit soll sie aber behalten.

Das Tui-Logo ist auf dem Heck und dem Flügel eines Flugzeugs zu sehen. - © © dpa - Sebastian Gollnow

Das Tui-Logo ist auf dem Heck und dem Flügel eines Flugzeugs zu sehen. © dpa /Sebastian Gollnow

Die Airlines des Reisekonzerns Tui werden sich in den Bereichen Inflight-Retail, Einkauf, Engineering-Maintenance und Flottenmanagement enger verzahnen. "Dies ist ein Prozess, der nun angestoßen ist", sagte ein Sprecher der deutschen Tuifly zu airliners.de.

Im Zuge dessen übernimmt Tui-Chef Fritz Joussen auch den Chefposten im Aufsichtsrat von Tuifly. Vergangene Woche ist der Konzernlenker zum Chefkontrolleur der deutschen Tochter-Airline berufen worden.

Tuifly-Chef Roland Keppler übernimmt bei Tui Aviation als Chef den Bereich Bordverkauf. Er betont, dass die von ihm geführte Airline auch weiterhin eigenständig bliebe. "Die Tui Aviation sichert den Fortbestand der Tuifly."

Tuifly verzahnt sich mit anderen Tui-Airlines

Damit wird Tuifly Teil der Tui-Aviation-Allianz. Zu dieser gehören die Tui-Airlines aus Großbritannien, Skandinavien, Belgien und Holland. Tuifly blieb zunächst außen vor, weil die Airline ursprünglich zusammen mit der ehemaligen Air-Berlin-Tochter Niki in ein Joint-Venture unter der Regie von Etihad eingehen sollte. Dieser Plan scheiterte im Frühjahr vergangenen Jahres, wenige Monate später gingen erst Air Berlin und dann Niki insolvent.

Luftfahrt-Professor Christoph Brützel sieht den jetzigen Strategie-Schritt als logische Konsequenz des geplatzten Joint-Venture-Plans: Nachdem sich dies erübrigt, "ist die Reintegration des Betriebes mit den Schwester-Airlines in der Tui-Gruppe konsequent zur bestmöglichen Ausschöpfung der Synergieeffekte."

Offen bleibe laut des Experten für Außenstehende aber zunächst ein Thema: der Brexit. "Wie organisiert die Tui-Gruppe ihre Airlines, wenn nach März 2019. Großbritannien im Innen- und Außenverhältnis nicht Vollmitglied des integrierten europäischen Luftfahrtmarkts (European Common Aviation Area) bleibt."

Mitarbeiter haben gemischte Gefühle

Tuifly-Mitarbeiter stehen der Eingliederung in das einstige "One Aviation"-Konglomerat abwartend gegenüber, obgleich viele auch gemischte Gefühl hätten: "Natürlich ist personell jetzt vieles anders, jedoch sind die Erinnerungen an den alten Aufsichtsratschef noch präsent", beschreibt es ein Flugbegleiter.

Denn mit dem ehemaligen Tui-Finanzchef und einstigen Vorsitzenden des Kontrollgremiums, Henrik Homann, hätte es mehrfach Streitigkeiten vor allem wegen des gescheiterten Verkaufs der Firma an Etihad gegeben.

Ursprünglich war geplant, dass Air Berlin seinen Ferienflieger Niki an Großaktionärin Etihad verkauft und diese dann aus Niki und Tuifly einen neuen Ferienflieger formt. Die Flotte des neu geschaffenen Ferienfliegers hätte 60 Maschinen umfasst, die vor allem touristische Warmwasserziele aus Deutschland bedienen.

Jeweils 25 Prozent sollten dabei Tui und Etihad halten, die restlichen 50 Prozent sollten Niki zufallen und von einer österreichischen Holding gehalten werden. Die Gespräche zwischen Tui und Etihad waren Anfang Juni 2017 ergebnislos beendet worden.

© AirTeamImages.com, Alun Morris Jones Lesen Sie auch: Wie die Faust aufs Auge Gedankenflug

Von: cs
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