Türkisches Gericht bremst Bau von Istanbuler Großflughafen

Die Justiz bremst den Bau des neuen Istanbuler Großflughafen. Ein türkisches Gericht stört sich an den beschleunigten Enteignungsverfahren für die nötigen Flächen und hat diese vorerst gestoppt.

Der neue Flughafen Istanbul Yeni Havalimani aus der Vogelperspektive. - © Istanbul Yeni Havalimani -

Der neue Flughafen Istanbul Yeni Havalimani aus der Vogelperspektive. Istanbul Yeni Havalimani

Das oberste Verwaltungsgericht in der Türkei bremst den Bau des neuen Großflughafens in Istanbul. Die Richter beanstandeten laut Medienberichten vom Mittwoch die beschleunigten Enteignungsverfahren, mit denen der Staat die nötigen Flächen für das Riesenprojekt im Norden der 15-Millionen-Metropole zusammentragen will. Die Richter ordneten demnach eine Einstellung der Enteignungen bis zu einem endgültigen Urteil an. Wann mit dieser Entscheidung zu rechnen ist, war zunächst offen. Nach den Plänen der Regierung soll der neue Flughafen in zwei Jahren den Betrieb aufnehmen.

Die Richter betonten in ihrer Entscheidung, die von der Regierung per Kabinettsbeschluss angeordneten beschleunigten Enteignungen dürften nur in Notstandssituationen wie Kriegen angewendet werden. Die Entscheidung geht auf eine Klage von Bewohnern eines Dorfes im Einzugsgebietes des geplanten Airports zurück. Die Dorfbewohner waren in erster Instanz gescheitert, doch diese erste Entscheidung wurde von der Istanbuler Anwaltskammer angefochten.

© Ministerpräsident der Türkei, Lesen Sie auch: Erdogan legt Grundstein für neuen Istanbuler Großflughafen

Der geplante Flughafen, der im Endausbau eine Kapazität von 150 Millionen Passagieren im Jahr haben soll und damit der größte der Welt wäre, ist wegen mutmaßlicher Umweltschäden höchst umstritten. Die Bauarbeiten für das Projekt laufen dennoch auf Hochtouren.

Von: AFP

Datum: 18.06.2015 - 08:59

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