Triebwerksprobleme belasten Airbus

27.04.2017 - 17:15 0 Kommentare

Airbus kann im ersten Quartal den Umsatz steigern, doch der Gewinn im Kerngeschäft bricht ein. Dabei belastet vor allem die Umstellung auf die "neo"-Modelle weiterhin die ersten Kennzahlen des Jahres.

Fertigung bei Airbus in Toulouse. - © © Andreas Sebayang  -

Fertigung bei Airbus in Toulouse. © Andreas Sebayang

Technischer Ärger bei Passagier- und Militärmaschinen macht dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus weiterhin zu schaffen. Während der Verkauf der Verteidigungselektronik-Sparte dem Konzern im ersten Quartal einen Gewinnsprung bescherte, trüben Triebwerksprobleme beim Mittelstreckenjet A320neo und dem Militärtransporter A400M die Aussichten.

Im ersten Quartal steigerte Airbus seinen Umsatz um sieben Prozent auf 13 Milliarden Euro. Das lag vor allem an der Verkehrsflugzeugsparte, die 136 Jets auslieferte und damit elf Exemplare mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich sprang der Gewinn um gut die Hälfte auf 608 Millionen Euro nach oben. Das verdankte Airbus aber vor allem dem lukrativen Verkauf seines Verteidigungselektronik-Geschäfts.

Umsatz von Airbus* in den ersten Quartalen 2013 bis 2017
Angaben in Milliarden Euro
2013 12.4
2014 12.6
2015 12.1
2016 12.2
2017 13

* = ehemals Airbus Group beziehungsweise EADS / Quelle: Unternehmensangaben

Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn des Kerngeschäfts brach hingegen um mehr als die Hälfte auf 240 Millionen Euro ein. Sowohl die Verkehrsflugzeuge als auch Rüstung und Raumfahrt warfen weniger ab. Als einen Grund dafür nannte Finanzchef Harald Wilhelm die Modellumstellung bei den A320-Mittelstreckenjets und den Langstreckenmaschinen vom Typ A330.

Konkurrenz-Triebwerk steht zur Verfügung

Beide Modelle bekommen mit den "neo"-Versionen deutlich sparsamere Neuauflagen. Ärger bereiten bei dem Modell die Triebwerke des US-Herstellers Pratt & Whitney. Diese hatten schon im vergangenen Jahr mit Hitze- und Software-Problemen die Auslieferungen verzögert.

Es stehe immer noch der Beweis aus, dass die Mängel behoben seien, sagte Wilhelm. Inzwischen steht mit dem Triebwerk des Herstellers CFM allerdings ein Konkurrenz-Antrieb zur Verfügung, der bei rund der Hälfte der 2017 auszuliefernden A320neo-Exemplare zum Einsatz kommen soll.

Wie schon 2016 dürften die meisten "neo"-Jets auch 2017 in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden, sagte Wilhelm. Für die Übergangszeit hat Airbus den Käufern der herkömmlichen Varianten höhere Preisnachlässe gewährt.

Wenige Neubestellungen im ersten Quartal

Mit Flugzeug-Neubestellungen sieht es in diesem Jahr eher trübe aus. Im ersten Quartal holte Airbus nach Abzug von Stornierungen lediglich Aufträge für sechs neue Verkehrsjets herein. Rivale Boeing kam hingegen auf 198 Bestellungen. Vom geplanten Ausbau der Jet-Produktion will der Airbus-Vorstand um Konzernchef Tom Enders aber nicht abrücken.

Enders verwies auf ein "gut gefülltes Auftragsbuch mit mehr als 6700 Bestellungen für Zivilflugzeuge". Für 2017 erwartet Wilhelm die Auslieferung von etwa 720 Verkehrsjets - das wären 32 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2016. Davon sollen rund 200 aus der A320neo-Familie sein.

Airbus hält an A380 fest

Für den weltgrößten Passagierjet A380 gibt der Vorstand die Hoffnung auf neue Bestellungen nicht auf. Anfang April hatte Airbus Anpassungen in der Kabine vorgestellt, durch die fast 80 Fluggäste mehr in den Flieger passen sollen. Damit soll der Jet für die Airlines rentabler werden. Neubestellungen gab es aber schon länger nicht mehr. In diesem Jahr soll die A380-Produktion auf 15 Exemplare schrumpfen, 2018 sollen es nur noch zwölf Maschinen sein - nach 28 im vergangenen Jahr.

© Boeing, Lesen Sie auch: Boeing erhöht nach Quartalsgewinn seine Gewinnprognose

Die Dauer-Probleme beim Militärtransporter A400M dürften den Hersteller derweil noch länger beschäftigen. Die Wahlen in Europa dürften die laufenden Gespräche mit den Käuferstaaten verzögern, schätzte Wilhelm, wagte aber keine genauere Prognose. Probleme mit Triebwerken und anderen Teilen der A400M hatten Airbus bereits 2016 mehr als zwei Milliarden Euro gekostet.

Von: cs, dpa-AFX
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