A350 schiebt Airbus an

26.07.2018 - 09:00 0 Kommentare

Hunderte Neo-Jets kann Airbus nicht ausliefern, weil die Motoren Probleme machen. Das schlägt sich in den Halbjahreszahlen wieder - auch wenn die auf den ersten Blick nichts erahnen lassen.

Logo des Flugzeughersteller Airbus. - © © dpa - Angelika Warmuth

Logo des Flugzeughersteller Airbus. © dpa /Angelika Warmuth

Airbus kann im ersten Halbjahr die andauernden Triebwerksprobleme bei den Neo-Jets kaschieren. Der Umsatz sank laut Mitteilung leicht um ein Prozent auf 25,0 Milliarden Euro - wobei hier vor allem die Verteidigungssparte mit einem Umsatzrückgang von 13 Prozent zu Buche schlägt. Das bereinigte Ebit hingegen verdoppelte auf 1,2 Milliarden Euro.

Umsatz nach Geschäftsbereichen
Angaben in Prozent
Airbus 73
Helicopters 18
Defense and Space 9

Stichtag: 30. Juni 2018. Quelle: Airbus

Andere Kennzahlen können die Motorenprobleme nicht verschleiern. Der Free-Cash-Flow ging weiter von minus 2,0 Milliarden auf minus 3,8 Milliarden zurück. Dass Airbus wegen Schwierigkeiten mit den Triebwerken die erneuerten Mittelstrecken-Flugzeuge nicht an die Kunden übergeben kann, zeigen auch die Auslieferungszahlen.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahrs reflektieren den aufgrund der Lieferengpässe bei A320neo-Triebwerken nach hinten verschobenen Auslieferungsplan.

Tom Enders, Airbus-Chef

Im ersten Halbjahr lieferte der Konzern 303 Flugzeuge aus - darunter 110 A320neo-Jets. Dass der Konzern davon ausgeht, dass die Motorenprobleme mit Jahresende kein Thema mehr sind, zeigt die Prognose in dem Bereich: Mit 800 Auslieferungen ist dieser Wert den eigenen Angaben nach "ambitioniert".

Prognose leicht gesenkt

Dazu kommen 18 A220-Jets. Unter diesem Namen firmiert die von Bombardier übernommene C-Series nun im Airbus-Reich. Allerdings hat das Programm das Potenzial zum Sorgenkind im Finanzjahr 2018 aufzusteigen. Airbus geht laut Mitteilung davon aus, dass das bereinigte Ebit im Gesamtjahr deswegen um rund 200 Millionen auf 5,0 Milliarden Euro gedrückt wird.

Reaktionen

Analysten reagierten positiv auf die Zahlen von Airbus: Das operative Ergebnis und der Free-Cash-Flow hätten die Prognosen deutlich übertroffen, sagte David Perry von JP Morgan zu airliners.de. Norbert Kretlow von der Commerzbank stimmt dem zu und erwartet, dass das Gesamtjahresergebnis deutlich von den Auslieferungen der Verkehrsflugzeuge angetrieben wird.

Goldman-Analyst Chris Hallam nennt die Zahlen im Gespräch mit unserer Redaktion "sehr stark" und hebt hervor, dass gerade die A350-Produktion "ein ausgereiftes Niveau" erreicht hätte. Auch am Aktienmarkt wurde das Zahlenwerk positiv aufgefasst: Die Airbus-Papiere sprangen in der Spitze um sechs Prozent auf über 111 Euro.

Von: cs
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