Triebwerksbauer Rolls-Royce streicht weitere 4600 Jobs

14.06.2018 - 11:39 0 Kommentare

Rolls-Royce verschärft den Sparkurs: Der britische Konzern will seine Struktur vereinfachen und kündigt bis 2020 weitere Stellenstreichungen an. Von den deutschen Standorten dürfte zumindest einer nicht betroffen sein.

Ein Triebwerkstechniker arbeitet bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz an einem Flugzeugtriebwerk. - © © dpa - Patrick Pleul

Ein Triebwerkstechniker arbeitet bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz an einem Flugzeugtriebwerk. © dpa /Patrick Pleul

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat am Donnerstag ein weiteres Sparprogamm angekündigt. Bis 2020 sollen weitere 4600 Stellen entfallen und die Kosten um umgerechnet 455 Millionen Euro gesenkt werden.

Die Arbeitsplätze sollen vor allem in Großbritannien gestrichen werden, wo der größte Teil der Verwaltung angesiedelt sei, teilte Rolls-Royce mit. Etwa ein Drittel der Stellen werde bis zum Jahresende abgebaut. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 50.000 Menschen.

10.000 Mitarbeiter in Deutschland

Auf die Auswirkungen für die Standorte von Rolls-Royce Deutschland konnte ein Sprecher gegenüber airliners.de noch keine Angaben machen. Die Umsetzung des Stellenabbaus beginne jetzt mit den üblichen Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretungen."Der Großteil der Reduktionen wird jedoch das englische Derby betreffen", erklärte er.

In Deutschland hat Rolls-Royce nach eigenen Angaben elf Standorte mit gut 10.000 Mitarbeitern. In der Produktion von Flugzeugtriebwerken in Dahlewitz und Oberursel sind rund 3900 Menschen beschäftigt. Diese Standorte könnten von dem Job-Abbau betroffen sein, berichtete der "Südkurier" unter Berufung auf Insider.

Anders bei der Konzerntochter Rolls-Royce Power Systems: Der Spezialist für Großmotoren und Antriebssysteme hat für die deutschen Standorte eine Bestandsgarantie bis 2020, wie eine Sprecherin bestätigt. Von den rund 7000 Arbeitsplätzen dort werden also keine weiteren gestrichen.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: A350-Triebwerke kommen künftig auch aus Deutschland

Weitere Betriebszweige in Deutschland sind Rolls-Royce Marine für Schiffsreparaturen in Hamburg und N3, ein Joint-Venture mit Lufthansa Technik für Flugzeugwartung. Die Tochter L'Orange wurde im Rahmen der Umstrukturierung kürzlich verkauft.

Strukturen sollen schlanker werden

Mit den Kürzungen will der Konzern seine Strukturen erheblich vereinfachen. Bisher gliederte sich Rolls-Royce in eine große Unternehmenszentrale und mehrere Sparten, deren Aufgaben sich überschnitten. Künftig sollen sich die drei Unternehmensbereiche stärker selbst steuern.

"Wir wollen die Komplexität reduzieren, die uns oft verlangsamt und zu doppeltem Aufwand führt", sagte Unternehmenschef Warren East in der Mitteilung.

Zweite Sparrunde seit 2015

Rolls-Royce war 2015 in eine tiefe Krise geraten. Daraufhin wurde East an die Konzernspitze berufen und leitete einen ersten großen Stellenabbau ein. Mit den neuen Kürzungen summiert sich der Jobabbau unter seiner Regie auf rund 10.600 Stellen.

Der unter anderem mit General Electric, Pratt & Whitney und MTU konkurrierende Konzern kämpft mit verschiedenen Herausforderungen - unter anderem mit Fehlern in Triebwerken, die bei der Boeing 787 "Dreamliner" eingesetzt werden.

Von: pra mit Material von dpa
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