Triebwerksbauer MTU übertrifft eigene Finanzziele

20.02.2019 - 13:46 0 Kommentare

MTU weist für 2018 ein Rekordergebnis aus: Umsatz und Gewinn legen deutlich zu. Trotz der Probleme bei den Neo-Triebwerken. Auch für 2019 kalkuliert man mit einem leicht steigendem Ergebnis.

Montage einer schnelllaufenden Niederdruckturbine für ein Triebwerk der PW1000G-Familie. - © © MTU -

Montage einer schnelllaufenden Niederdruckturbine für ein Triebwerk der PW1000G-Familie. © MTU

Der Münchner Triebwerksbauer MTU hat trotz der Verzögerungen bei den Airbus-Mittelstreckenjets 2018 ein Rekordjahr hingelegt. Nachdem MTU-Chef Reiner Winkler seine Ziele für Umsatz und Gewinn bereits zweimal angehoben hatte, übertraf das Unternehmen nun auch diese Marken und die Erwartungen von Analysten.

Die Dividende will Winkler kräftig erhöhen und fasst für 2019 weitere Steigerungen bei Umsatz und Gewinn ins Auge. Wegen einer veränderten Verbuchung von Wartungsaufträgen dürfte das Umsatzplus aber nicht so stark ausfallen wie im abgelaufenen Jahr.

Umsatz und operativer Gewinn steigen um 17 Prozent

Dank brummender Geschäfte mit neuen Antrieben, Ersatzteilen und Wartung steigerte MTU den Umsatz im abgelaufenen Jahr um 17 Prozent auf fast 4,6 Milliarden Euro, wie der Triebwerkshersteller mitteilte.

Damit übertraf das Unternehmen klar sein eigenes Ziel. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) wuchs ebenfalls um 17 Prozent auf 671 Millionen Euro, nachdem der Vorstand zuletzt 660 Millionen Euro angepeilt hatte. Der Nettogewinn legte um gut ein Viertel auf 453 Millionen Euro zu.

An der Börse lösten die Nachrichten einen Kursrutsch aus. Nachdem die Aktie im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate zugelegt hatte, verlor sie kurz nach Börsenstart 2,75 Prozent an Wert auf 190,70 Euro. Die Entwicklung des freien Geldzuflusses habe enttäuscht, schrieb JPMorgan-Analyst David Perry in einer Ersteinschätzung. "Wir schauen eher auf die mittel- bis langfristige Kursentwicklung", kommentierte Winkler am Morgen die Börsenreaktion.

Dividende wird erhöht

Die Aktionäre können sich nun auf eine von 2,30 auf 2,85 Euro je Aktie erhöhte Dividende freuen. Zwar hatte die MTU-Spitze bereits früher eine Anhebung in Aussicht gestellt. Jetzt fällt die Ausschüttung aber noch höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet.

. Die MTU-Führung sieht sich bei ihren Zukunftsplänen allerdings von den gut laufenden Triebwerkstypen beflügelt. Für das laufende Jahr peilen Winkler und Finanzchef Peter Kameritsch eine Umsatzsteigerung um rund drei Prozent auf 4,7 Milliarden Euro an.

Neo-Triebwerk wird zum Verkaufsschlager

Das Unternehmen erntet inzwischen die Früchte seiner Investitionen aus früheren Jahren. Vor allem das Getriebefan-Triebwerk, das den Airbus-Mittelstreckenjet A320 Neo, den ursprünglich von Bombardier entwickelten Airbus A220 und die neuen Embraer-E2-Jets antreibt, erweist sich als Verkaufsschlager.

MTU ist bei dem Projekt Partner des US-Triebwerksbauers Pratt & Whitney, einer Tochter des Mischkonzerns United Technologies. Zudem betreibt MTU in München eine eigene Endfertigungslinie für das Triebwerk.

MTU baut auch Triebwerke für Boeing

Allerdings sorgt der Getriebefan seit inzwischen mehr als drei Jahren immer wieder für Negativschlagzeilen. Von Hitze- und Software-Problemen bis hin zu fehlerhaften Dichtungen reichten die Mängel. Die Dichtungen führten sogar zu vorübergehenden Flugverboten für mehrere Airbus-Jets und einem vorübergehenden Auslieferungsstopp. Wegen der Triebwerksbauer und eigener Schwierigkeiten geriet auch Airbus bei seinen Lieferplänen wiederholt in Verzug.

© AirTeamImages.com, Steve Flint Lesen Sie auch: Mit diesen Problemen kämpft Airbus' "Kassenschlager" Hintergrund

MTU ist an Entwicklung und Bau von Triebwerken etwa auch für Boeings Langstreckenjet 787 "Dreamliner", die modernisierte Boeing 777-X und den Kampfjet Eurofighter beteiligt. Auch viele Exemplare des weltgrößten Passagierjets A380 werden von Triebwerken mit MTU-Beteiligung angetrieben. Airbus hatte vergangene Woche bekanntgegeben, die Produktion der A380 wegen fehlender Nachfrage im Jahr 2021 einzustellen.

Von: dpa-AFX, br
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