Auch deutsche Airlines müssen Triebwerke überprüfen

24.04.2018 - 15:57 0 Kommentare

Nach dem Unfall bei Southwest Airlines haben die Behörden kurzfristige Checks an Boeing-Maschinen angeordnet. Betroffen sind Hunderte Flugzeuge - auch bei deutschen Airlines.

Das zerstörte Triebwerk der Maschine von Southwest Airlines. - © © dpa - Amanda Bourman, AP

Das zerstörte Triebwerk der Maschine von Southwest Airlines. © dpa /Amanda Bourman, AP

Der Triebswerksunfall bei Southwest Airlines hat auch für viele andere Fluggesellschaften Folgen: Die europäische Flugsicherheitsagentur Easa hat eine Anweisung herausgegeben, wonach bestimmte Triebwerke kurzfristig überprüft werden müssen.

Die "Emergency Airworthiness Directive" gilt für zahlreiche Baureihen des Triebwerks CFM56-7B an Flugzeugen vom Typ Boeing 737. Sie müssen binnen 20 Tagen einer Inspektion unterzogen werden, wenn sie mehr als 30.000 Flüge absolviert haben.

Ältere Triebwerke müssen sofort untersucht werden

Von diesen Ad-hoc-Kontrollen sind nach Angaben des Herstellers CFM International rund 680 Triebwerke weltweit betroffen. In der Regel handelt es sich um Flugzeuge, die seit mindestens 15 Jahren in Betrieb sind.

In Deutschland sind Boeing-737-Jets in diesem Alter und mit den entsprechenden Triebwerken nach Recherchen von airliners.de bei Sun Express Deutschland, Germania und Tuifly im Einsatz.

Germania und Sun Express Deutschland teilten auf Anfrage mit, dass die angeordneten Ad-hoc-Inspektionen bereits angelaufen seien. Bei Tuifly heißt es, dass selbst von den ältesten 737 noch keine 30.000 Flüge absolviert habe. Es würden aber in den nächsten Wochen zuvor schon geplante Überprüfungen von Triebwerken stattfinden.

Ältere Flugzeuge mit dem Triebwerkstyp sind in Europa auch bei KLM, SAS und Turkish Airlines im Einsatz. Bei Ryanair, dem größten Betreiber von Boeing 737 in Europa, sind nur neun Maschinen älter als 15 Jahre.

© dpa, David Maialetti,The Philadelphia Inquirer, AP Lesen Sie auch: Eine Tote nach Boeing-737-Triebwerksexplosion

Für Triebwerke mit weniger als 30.000, aber mehr als 20.000 Flügen hat die Easa Inspektionen innerhalb von 133 Tagen angeordnet, also bis Ende August. Das gilt laut CFM International für 2500 Triebwerke bei rund 60 Betreibern.

Eine ähnlich lautende "Emergency Airworthiness Directive" hat auch die US-Luftfahrtbehörde FAA herausgegeben.

Unfallursache war defekte Bläserschaufel

Bei dem Unfall am 17. April hatte sich an einer Boeing 737 von South West Airlines in einem Triebwerk eine Bläserschaufel gelöst und zu Beschädigungen geführt. Bruchteile waren nach außen gedrungen und durchschlugen die Kabinenwand. Eine Passagierin wurde so stark verletzt, dass sie an den Folgen starb. Die Maschine musste in Philadelphia notlanden.

Bei den nachfolgenden Untersuchungen wurde als Ursache ein Riss in der Bläserschaufel festgestellt. Bei baugleichen Triebwerken soll nun sichergestellt werden, dass keine solchen Risse vorliegen.

Von: pra
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