DFS prüft Gewichtsangaben Trickst Ryanair bei Flugsicherungsgebühren?

18.12.2012 - 15:00 0 Kommentare

Ryanair hat angeblich beim maximalen Abfluggewicht ihrer Flugzeuge geschummelt, um Flugsicherungsgebühren zu sparen. In ganz Europa könnte es für den Billigflieger nun um Rückforderungen in zweistelliger Millionenhöhe gehen.

Ryanair hat bei Flugsicherungsorganisationen angeblich beim maximalen Abfluggewicht ihrer Flugzeuge einen zu geringen Wert angegeben. Wie der "CargoForwarder" in seiner heutigen Ausgabe berichtet, könnten aufgrund fehlerhaft angegebener Maximalgewichte allein der Deutschen Flugsicherung (DFS) im laufenden Jahr Gebühren in Höhe von 370.000 Euro entgangen sein. In ganz Europa geht es den Angaben zufolge um bis zu 50 Millionen Euro.

Inspektionen von Flugzeugen in Frankfurt-Hahn und Bremen sollen den Gewichtsschummel ans Licht gebracht haben. Bei den Boeing 737-800 der Ryanair soll das bei der zuständigen Irish Aviation Authority registrierte maximale Startgewicht exakt 74.990 kg sein. Angeblich soll der Billigflieger bei der Flugsicherung dagegen für die gesamte Flotte einheitlich ein maximales Startgewicht von lediglich 67 Tonnen ausgewiesen haben.

Die DFS bestätigte den Sachverhalt generell gegenüber airliners.de. Ein Sprecher sagte dem Cargo Forwarder, die Hausjuristen seien mit der Überprüfung des Falls beschäftigt. Sollte sich dabei der Tatbestand der fortgesetzten Gebührenhinterziehung durch Ryanair erhärten, werde die DFS rechtliche Schritte gegen die Airline einleiten.

Grundlage für die Berechnung von Überfluggebühren bei der Eurocontrol sowie die nationalen Luftfahrtbehörden ist ein Gewichtsfaktor, der maßgeblich vom maximalen Abfluggewicht eines Flugzeugs (maximum take-off weight - MTOW) bestimmt wird.

Ryanair-Chefsprecher Stephen McNamara dementierte die Vorwürfe gegenüber airliners.de. Ryanair betreibe eine reine Boeing-737-Flotte in "uneingeschränkter Einhaltung der Flex-Weight Programme", die von Boeing vorgegeben werden. Dies sei durch die Irish Aviation Authority (IAA) zertifiziert und bestätigt. Man gebe keinen Kommentar zu einzelnen Flügen, werde jedoch jeden gemeldeten Zwischenfall gerne mit Eurocontrol direkt besprechen und untersuchen. Ryanair sei allerdings bislang weder von der Deutschen Flugsicherung (DFS) kontaktiert worden, noch gäbe es Nachzahlungen.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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