Transatlantikflüge sind für Ryanair kein Thema mehr

31.01.2017 - 14:50 0 Kommentare

Ryanair wird keine Langstrecken über den Atlantik anbieten. Das sagte Airline-Chef Michael O'Leary. In einem Interview äußert er sich auch zu einer möglichen Kooperation mit Lufthansa.

Ryanair-Chef Michael O'Leary.  - © © dpa - Maurizio Gambarini

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © dpa /Maurizio Gambarini

Die irische Billigfluglinie hat nicht mehr vor, Langstreckenflüge über den Atlantik anzubieten. "Wir sind zu beschäftigt damit, zu wachsen. Ich habe keine Zeit mehr für Transatlantikflüge", sagte Firmenchef Michael O'Leary jetzt dem "Handelsblatt". Ryanair wolle sich auf die europäische Kurzstrecke konzentrieren und habe dafür viele Flugzeuge bestellt. "Wir bekommen quasi jede Woche eine neue Maschine geliefert", sagte O'Leary.

Mitte 2015 hatten die Langstrecken-Ambitionen des irischen Billigfliegers für Aufsehen gesorgt. Damals hieß es, Ryanair plane Transatlantikflüge unter einem anderen Namen.

O'Leary kann sich Zusammenarbeit mit Lufthansa vorstellen

Für die nähere Zukunft kann sich der Manager auch eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa vorstellen. In den kommenden acht Jahren wolle Ryanair die Zahl der Passagiere von 120 Millionen auf 200 Millionen pro Jahr steigern. "Ein Teil dieses Wachstums wird aus dem Feeder-Geschäft kommen, also dem Geschäft als Zubringer." Man müsse nicht an allen Fronten gegeneinander kämpfen.

Zuletzt hatte sich der irische Low-Cost-Carrier gegen das Wet-Leasing-Geschäft von Lufthansa und Air Berlin gewehrt - jedoch ohne Erfolg, das Bundeskartellamt genehmigte den Deal. Eine mögliche Zusammenarbeit mit der Lufthansa hat Ryanair seit längerem auf dem Schirm: "Ich habe mich schon öfter mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr getroffen, um die Zukunft zu besprechen", sagte O'Leary schon Ende 2015.

O'Leary erläuterte im "Handelsblatt" auch seine Vision für die Gestaltung von Ticketpreisen: "Eines Tages sollen alle Tickets bei uns kostenlos sein", sagte er. "Wir werden das vielleicht nie erreichen, aber das ist zumindest unser Ziel." Ihr Geld solle die Fluggesellschaft dann mit Zusatzleistungen machen, etwa Snacks und Internet an Bord sowie Werbung.

© dpa, Lesen Sie auch: Nebengeschäfte spielen für Airlines eine große Rolle

Von: ch, AFP, dpa-AFX
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