Topbonus-Status von Air Berlin verliert seinen Wert

20.10.2017 - 09:05 0 Kommentare

Air Berlin verschwindet vom Markt und Niki wird die Oneworld-Allianz verlassen. Das Topbonus-Meilenprogramm existiert aber weiter und etliche Airlines akzeptieren die Karten noch. Allerdings nicht ohne Haken beim Status.

Eine Karte des Bonusprogramms Topbonus der Fluggesellschaft Air Berlin. - © © dpa - Sophia Kembowski

Eine Karte des Bonusprogramms Topbonus der Fluggesellschaft Air Berlin. © dpa /Sophia Kembowski

Wer in den letzten Jahren einen Vielflieger-Status im Air-Berlin-Meilenprogramm Topbonus erflogen hat, der kann nach dem 27. Oktober keine Vorteile mehr in der Oneworld-Allianz verwenden. Der Oneworld-Status, der eigentlich mit dem jeweiligen Air-Berlin-Status-Level erreicht wird, gilt dann schlicht und einfach nicht mehr.

Sowohl Air Berlin als auch Niki werden die Oneworld-Allianz verlassen, der sie erst im Jahr 2012 beigetreten waren. In Deutschland verliert die Allianz damit erheblich Marktanteile am innerdeutschen und im deutschen und österreichischen Markt insgesamt. Damit wird auch das Topbonus-Programm für Nutzer aus deutschsprachigen Ländern deutlich unattraktiver.

Ohne Status-Abstieg geht es meist nicht

Einzelne Oneworld-Mitglieder wollen zwar weiter zumindest eine Teilanerkennung des Air-Berlin-Status ermöglichen. Bis zum 30. November wird etwa British Airways allen Air-Berlin-Kunden, die einen Vielfliegerstatus vom Typ Silber, Gold oder Platin erreicht haben, den Bronze-Status gewähren.

Das entspricht aber dem niedrigsten Oneworld-Status "Ruby". Dieser ist vor allem bei Flugunregelmäßigkeiten für die Wartelistenposition interessant, weitere Vorteile gibt es beim Checkin und manchmal auch bei der Sitzplatzauswahl. Für Kunden mit hohem Air-Berlin-Status ist dies dennoch ein deutlicher Abstieg, fällt doch so etwa der Zugang zu den Lounges weg. Um das Angebot anzunehmen müsste der Nutzer sich zunächst beim Executive Club anmelden.

Das Angebot der IAG-Schwestergesellschaft Iberia ist etwas besser, denn hier ist zumindest ein Übergang in den Status "Sapphire" möglich, der den Lounge-Zugang allianzweit gewährleistet. Finnair versucht ebenfalls, Air-Berlin-Kunden zu halten. Wie bei Iberia gilt das Finnair-Angebot übrigens auch für Statuskunden der Lufthansa.

Wie bei British Airways gibt es aber bei der finnischen Airline nicht für jeden Air-Berlin-Status ein Äquivalent, sondern nur die Silber-Karte. Der Gold-Status kann aber mit einer sogenannten "Gold Challenge" binnen sechs Monaten erflogen werden. Dafür ist nur die Hälfte der Statuspunkte notwendig, die normalerweise für Finnair Gold notwendig wären.

Royal Jordanian für Top-Bonus-Mitglieder mit Platinum

Während British Airways, Iberia und Finnair doch einige deutsche Ziele für den innereuropäischen Verkehr im Angebot haben, ist das beim vierten Oneworld-Mitglied, dass um Air-Berlin-Kunden buhlt, anders: Royal Jordanian fliegt zwar viele Air-Berlin- und Niki-Ziele an, wie etwa Berlin, Frankfurt, München, Wien und Zürich. Doch der Carrier eignet sich eher für die Weiterreise in den Nahen Osten und Asien.

Das Angebot von Royal Jordanian ist zudem nicht einfach zu nutzen. Die Airline möchte nur "Sapphire"- und "Emerald"-Mitglieder der Oneworld haben. Dazu muss es nicht unbedingt Air Berlin sein. Ein Ticket für Royal Jordanian muss zusätzlich vorgewiesen werden und der Status wird erst nach dem Erreichen von 5.000 Statusmeilen gewährt. Dafür ist Royal Jordanien die einzige Fluggesellschaft, die den höchsten Oneworld-Status auch für ehemalige Air-Berlin-Kunden anbietet.

Die Oneworld-Mitglieder zeigen mit den Angeboten wenigstens etwas Treue gegenüber den Air-Berlin- und Niki-Vielflieger, um weiterhin Kunden zu halten. Der Status ersetzt jedoch nicht das Fehlen der Flugangebote in und um Deutschland herum, die Air Berlin zusammen mit Niki boten.

Etihad bietet noch Bonusflüge an

Wer noch Topbonus-Meilen hat, der sollte seinen Account aber dennoch nicht einfach aufgeben. Für alle Etihad-Flüge ab Deutschland und der Schweiz lassen sich die Bonuspunkte ab sofort wieder einsetzen. Das Vielfliegerprogramm ist zu 70 Prozent in der Hand des noch-Air-Berlin-Großaktionärs. Etihad hatte das Programm vor rund fünf Jahren für knapp 185 Millionen Euro übernommen.

Wer nun aber noch Etihad-Flüge haben will, muss sich jedoch beeilen. Bis zum 17. November 2017 müssen Bonusbuchungen eingehen. Das Programm gilt ohnehin nur für Flüge, die bis einschließlich dem 28. März 2018 abgeflogen werden. Die Buchung ist über über eine Sonder-Hotline möglich, die laut Etihad-Presseaussendung jedoch nur mit englischsprachigem Personal besetzt ist.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Air Berlin verkauft Topbonus an Etihad

Derweil können Air-Berlin-Kunden ihre Bonusmeilen auch noch für andere Dinge einlösen. Wie das Unternehmen Ende September mitteilte, könnten online unter anderem Gutscheine für Autovermieter erworben werden. Das Bonusprogramm hatte nach der Pleite von Air Berlin ebenfalls Insolvenz angemeldet und war zeitweise komplett ausgesetzt worden.

Von: as
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