Tochter-Airlines lassen Passagierzahlen der Lufthansa Group steigen

10.01.2017 - 16:25 0 Kommentare

Die Lufthansa Group hat 2016 mehr Fluggäste befördert. Die Kerngesellschaft Lufthansa Passage konnte nicht zulegen - die Tochter-Airlines des Konzerns machten das jedoch wett.

Flugzeuge von Lufthansa und Swiss am Airport Frankfurt.  - © © AirTeamImages.com - Felix Gottwald

Flugzeuge von Lufthansa und Swiss am Airport Frankfurt. © AirTeamImages.com /Felix Gottwald

Die Lufthansa Group hat 2016 ein Wachstum beim Passagiergeschäft verzeichnet. Zusammen mit ihren Töchtern Eurowings, Swiss und Austrian Airlines beförderte die Lufthansa im abgelaufenen Jahr rund 110 Millionen Fluggäste und damit rund zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie sie jetzt Frankfurt mitteilte.

Bei der Auslastung ihrer Flugzeuge verbuchte die Lufthansa Group im abgelaufenen Jahr einen Rückgang um mehr als einen Prozentpunkt auf rund 79 Prozent. Zu schaffen machten dem Konzern 2016 weiter gesunkene Ticketpreise und der sechstägige Pilotenstreik Ende November. Der Ausstand der Cockpit-Besatzungen fügte dem Unternehmen nach bisherigen Angaben einen Schaden von rund 100 Millionen Euro zu. Rund 4450 Flüge waren ausgefallen.

Diese Statistik zeigt die Passagierzahlen und die Sitzauslastung der Lufthansa Group im Zeitraum von Dezember 2015 bis Dezember 2016.

Für das Passagierwachstum bei der Lufthansa Group sorgten die Töchter Swiss, Austrian Airlines und Eurowings. Letztere legte um knapp neun Prozent auf mehr als 18,4 Millionen Fluggäste zu. Austrian verzeichnete ein Plus von mehr als fünf Prozent im Vergleich zu 2015. Die österreichische Airline kam auf rund 11,4 Millionen Passagiere.

Die Swiss legte um rund drei Prozent zu. Insgesamt waren im vergangenen Jahr knapp 18 Millionen Fluggäste mit der Schweizer Gesellschaft unterwegs. Die Kerngesellschaft Lufthansa Passage blieb auf dem Niveau des Vorjahres und transportierte wieder rund 62,4 Millionen Reisende.

Größeres Angebot - auch dank Air Berlin

In diesem Jahr will die Lufthansa-Führung um Vorstandschef Carsten Spohr das Flugangebot nach jüngsten Plänen um drei Prozent ausbauen. Dazu soll auch ein Deal mit der vor der Zerschlagung stehenden zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin beitragen. Das Unternehmen will 38 Airbus-Mittelstreckenjets samt Piloten und Flugbegleitern an den Lufthansa-Konzern vermieten, davon 33 an dessen Tochter Eurowings.

© AirTeamImages.com, Rudi Boigelot/Alun Morris Jones, Kollage: a.de Lesen Sie auch: Air Berlin und Lufthansa besiegeln Wet-Lease-Vereinbarung

Diese will sich in diesem Zuge von 20 älteren Maschinen trennen. Weiteres Wachstum kommt mit der jüngst besiegelten Übernahme der belgischen Brussels Airlines, die ebenfalls bei Eurowings angedockt wird und bis 2018 integriert werden soll.

Eine mögliche Übernahme von Air Berlin sieht Spohr aber skeptisch. Er verwies vor allem auf die ungünstige Kostenstruktur des Konkurrenten. Dieses unter anderem von teuren Piloten verursachte Problem wäre sicher am schwersten zu lösen, sagte Spohr. Daneben müsste man den hohen Schuldenstand der Air Berlin sowie kartellrechtliche Probleme bei einer Übernahme beachten, wobei er letztere für lösbar hielte.

Schub durch Digitalisierung erwartet

Lufthansa sieht auch die Digitalisierung als weiteren Schub für neue Geschäftsmodelle. Man wolle sich nicht wie die Hotel- oder Taxibranche beim Zugang zum eigenen Produkt überholen lassen, sagte Spohr auf dem "Digital Aviation Forum" des Unternehmens. Die Vermarktung der Flüge habe sich bereits stark verändert und Lufthansa habe in ihren digitalen Services ihre Innovationskraft bewiesen.

Zusätzliche Profite erwartet der Dax-Konzern aus der Nutzung der Kundendaten. "Die Menschen vertrauen uns ihr Leben an. Wir werden auch mit ihren Daten vertrauensvoll umgehen", sagte Spohr. Lufthansas "Miles & More" sei das erfolgreichste und größte Treueprogramm in Europa. Es komme darauf an, den Kunden die bestmögliche persönliche Erfahrung bei Lufthansa zu bieten.

Management rechnet mit sinkenden Ticketpreisen

Im abgelaufenen Jahr hat die Lufthansa voraussichtlich einen um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von rund 1,8 Milliarden Euro erzielt. Die Prognose hatte der Vorstand erst vergangene Woche bekräftigt. Die Belastung durch den Pilotenstreik vom November ist dabei aber herausgerechnet.

Eine Gewinnprognose für 2017 wagte das Management noch nicht. Allerdings rechnet der Vorstand mit weiter sinkenden Ticketpreisen. Zudem muss das Unternehmen für Kerosin voraussichtlich wieder tiefer in die Tasche greifen. Nachdem die Treibstoffkosten 2016 nach vorläufigen Zahlen von 5,8 auf 4,9 Milliarden Euro gesunken waren, dürften sie 2017 auf 5,3 Milliarden Euro klettern.

© dpa, Gero Breloer Lesen Sie auch: Lufthansa Group rechnet mit deutlich höheren Treibstoffkosten

Von: ch, dpa
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