Tiefensee verspricht billigere Transatlantikflüge

30.04.2007 - 10:00 0 Kommentare

Hamburg (ddp.djn). Geschäftsreisende und Privatflieger aus der Europäischen Union sollen ab dem nächsten Jahr auf mehr Routen und billiger in die USA fliegen können. Die neuen Verbindungen, die das neue Luftfahrtabkommen zwischen der EU und USA ermögliche, stärkten den Wettbewerb, sagte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der «Financial Times Deutschland» (Montagausgabe). «Das wird sich in niedrigeren Ticketpreisen widerspiegeln», sagte Tiefensee. Das Open-Skies-Abkommen wird am Montag beim EU-USA-Gipfel in Washington unterzeichnet.

Die Europäer verlangten dem Bericht zufolge jetzt weitere Schritte, weil in dem neuen Abkommen, das ab April 2008 gilt, der Markt nur teilweise geöffnet werde. Zwar dürften künftig alle europäischen Fluggesellschaften Ziele in den USA anfliegen und seien nicht mehr auf Abflughäfen im eigenen Land beschränkt. Nach wie vor dürften sich aber EU-Firmen nicht mit mehr als 24,9 Prozent an amerikanischen Fluggesellschaften beteiligen.

Vor- und Nachteile von neuem Luftfahrtabkommen EU-USA

Washington, 30. April (AFP) - Flüge in die USA werden bald noch einfacher und billiger. Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington unterzeichnen Vertreter der USA und der Europäischen Union am Montag das neue Luftfahrtabkommen, das den Verbrauchern größere Auswahl und niedrigere Preise bei Reisen über den Atlantik bringen dürfte. "Open Skies" (offener Himmel) heißt das Abkommen. Doch der Vertrag birgt auch Probleme. AFP gibt einen Überblick über Pro und Contra:

MEHR AUSWAHL BEI FLÜGEN: Flugreisende haben künftig mehr Auswahl bei Reisen in die USA. Denn erstmals können europäische Airlines von allen europäischen Flughäfen aus sämtliche Ziele in den USA ansteuern. Bisher hatten Deutschland und die meisten EU-Länder nur bilaterale Abkommen mit den USA. Die Lufthansa könnte dann etwa von London aus Direktflüge nach Washington anbieten, British Airways auch Flüge von Frankfurt am Main.

BILLIGERE TICKETS: Nach Einschätzung der EU-Kommission könnten Flüge in die USA "deutlich" billiger werden. Grund ist der größere Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften, die sich nun gegenseitig unterbieten können. Insgesamt beziffert Brüssel den Nutzen für die Verbraucher in den nächsten fünf Jahren auf bis zu zwölf Milliarden Euro.

KLIMASCHUTZ: Für das Klima ist die massive Ausweitung des Flugverkehrs eine schlechte Nachricht. Allein bei einem Hin- und Rückflug von Frankfurt am Main nach Washington fallen pro Passagier 4300 Kilo Kohlendioxid (CO2) an. Das sind doppelt so viele Emissionen wie bei einem Jahr Autofahren. Einen Ausgleich will die EU über eine mögliche Einbindung der Luftfahrt in den Emissionshandel schaffen. In den USA stößt das auf Kritik.

STRENGERE SICHERHEITSREGELN: Noch nicht geregelt über das Abkommen sind Sicherheitsfragen. Sie sollen nach Inkrafttreten des Vertrags im März kommenden Jahres ausgehandelt werden. Auf Druck der USA könnten die Vorschriften an EU-Flughäfen noch weiter verschärft werden. Denn künftig soll es bei Flügen über den Atlantik mit Zwischenstopp nur noch eine einzige Kontrolle geben. Erst kürzlich hatte die EU nach US-Vorbild umstrittene Regeln für Flüssigkeiten an Bord eingeführt. Auch Maximalgrößen für Handgepäck dürften noch dieses Jahr kommen.

Von: ddp, AFP
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