Keine Gespräche mit Rewe

Thomas Cook will in Deutschland zukaufen

17.06.2010 - 10:51 0 Kommentare

Thomas Cook will auch nach dem geplatzten Kauf von Öger Tours weiter in Deutschland investieren. Der Veranstalter hat dabei insbesondere Firmen im Visier, die das eigene Portfolio ergänzen und der Condor neue Fluggäste verschaffen.

Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook will auch nach dem gescheiterten Griff nach dem Türkei-Spezialisten Öger Tours hierzulande weiter zukaufen. "Wir wollen viel in Deutschland investieren, weil es Europas größter Markt ist", sagte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa am Mittwochabend in Frankfurt.

Im Auge hat der Manager Veranstalter, die sich auf Urlaubsziele spezialisiert haben, bei denen Thomas Cook mit seinen Marken Neckermann Reisen, Thomas Cook Reisen, Air Marin und Bucher Last Minute noch Nachholbedarf hat. Zudem sollen bei einer Übernahme neue Fluggäste für die Konzernfluglinie Condor herausspringen.

Fontenla-Novoa schloss nicht aus, für eine solche Übernahme ein dreistelligen Millionenbetrag in die Hand zu nehmen. Es gebe eine ganze Reihe von Unternehmern, die ihr Reisegeschäft verkaufen wollten, sagte der Manager. Deren Preisvorstellungen seien bislang allerdings zu hoch. Erst kürzlich waren Übernahmegespräche zwischen Thomas Cook und dem Hamburger Türkeireisen-Anbieter Öger Tours gescheitert.

Keine Gespräche mit Rewe

Auch mit dem deutschen Branchenzweiten Rewe, zu dem Veranstalter wie ITS, Tjaereborg und Dertour gehören, gebe es keine Gespräche, sagte Fontenla-Novoa. Über eine Fusion mit der Rewe-Touristik war spekuliert worden, als sich der insolvente Handelskonzern Arcandor im vergangenen Jahr von seiner Mehrheitsbeteiligung an Thomas Cook trennen musste. Mit dem eigenen Geschäft hierzulande zeigte sich Fontenla-Novoa zufrieden. Die Gewinnspanne von 3,3 Prozent sei höher als bei jedem Wettbewerber. Konzernweit liegt die Spanne mit 4,5 Prozent allerdings noch einmal deutlich höher.

Investitionen in Russland und China

Investieren will der an der Londoner Börse notierte Reiseveranstalter weiterhin in Russland und China. "Russland ist der größte Markt nach Deutschland", sagte der Thomas-Cook-Chef. In die Türkei reisten inzwischen mehr Russen als Deutsche, und auch Spanien und Griechenland seien scharf auf russische Gäste. Die Verhandlungen zwischen Thomas Cook und den Russen ziehen sich allerdings seit Jahren hin. Einen Abschluss gab es bislang nicht. Auch in China will das Unternehmen zukaufen, kam jedoch bislang nicht zum Zuge.

Griechenlandgeschäft zieht wieder an

Das darbende Griechenland-Geschäft hat Thomas Cook mit deutlichen Preisnachlässen nach eigenen Angaben zumindest aus dem tiefsten Tal geholt. "Die Buchungen ziehen wieder an, weil die Hoteliers die Preise gesenkt haben", sagte Fontenla-Novoa. Zuletzt hätten die Buchungseingänge aus Deutschland für Griechenland nur noch zehn bis zwölf Prozent niedriger gelegen als im Vorjahr.

Auf dem Höhepunkt der Krise habe das Minus 35 Prozent betragen. "Vor allem das Festland leidet, die Inseln nicht ganz so sehr", sagte Deutschland-Chef Peter Fankhauser. Auch die Briten buchen spürbar weniger Griechenland-Reisen, halten sich aber nicht ganz so stark zurück wie die Deutschen.

Von: dpa-AFX
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