Thomas Cook verkauft für den Sommer mehr Reisen

08.06.2006 - 10:00 0 Kommentare

Oberursel (ddp). Europas zweitgrößter Touristikkonzern Thomas Cook profitiert vorstärkt von der Reiselust der Deutschen. Für den Sommer wurden insgesamt 4,8 Prozent mehr Buchungen verzeichnet als vor einem Jahr, wie das gemeinsame Tochterunternehmen von Deutscher Lufthansa und KarstadtQuelle am Donnerstag in Oberursel bei Frankfurt am Main mitteilte. Dabei lagen die Zahlen in Deutschland um 9,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch die Verluste verringerte der Konzern, zu dem unter anderem die Marken Neckermann und Bucher Last Minute sowie die Fluggesellschaft Condor gehören.

Allein in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2005/06 (bis Ende April) erhöhte sich die Zahl der aus Deutschland abgereisten Gäste den Angaben zufolge um 2,6 Prozent auf 1,35 Millionen. Damit habe sich der Heimatmarkt besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Thomas Cook führt dies auf verstärkte Bemühungen um günstige Reisen zurück. Dadurch hätten sowohl die Marke Thomas Cook als auch Neckermann Marktanteile hinzugewonnen. Schwächer habe sich der britische Markt entwickelt, wo vor allem die Vogelgrippe in der Türkei die Reiselust in dieses Land gedämpft habe.

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2005/06 (bis Ende Oktober) gab sich der Konzern mit rund 19 000 Beschäftigten - davon rund 5000 in Deutschland - optimistisch. Trotz des schwierigen Marktumfeldes rechnet der Vorstand mit einer Verbesserung der Ertragslage. Der Konzern erwarte, seine Finanzziele zu erreichen. Früheren Angaben zufolge will Thomas Cook Umsatz und Ertrag im laufenden Geschäftsjahr steigern. In den nächsten drei Jahren sollen der Umsatz um rund vier Prozent pro Jahr und das Vorsteuerergebnis zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr wachsen.

Dabei will sich der rund 30 Veranstaltermarken umfassende Konzern in Zukunft weiter von Unternehmensteilen trennen und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, wie Finanzvorstand Ludger Heuberg erläuterte. So hatte Thomas Cook jüngst Hotelanteile in Spanien und eine kanadische Tochter verkauft. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern unter anderem die Mehrheit an der Clubmarke Aldiana abgegeben.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2005/06 erhöhte sich der Umsatz den Angaben zufolge um 1,3 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Der saisonbedingte Nachsteuerverlust sei um 18 Millionen Euro auf 140 Millionen Euro verringert worden, erläuterte Heuberg weiter. Vor Steuern sank das Minus von 244 Millionen Euro auf 216 Millionen Euro. Die Wintermonate weisen bei Touristikkonzernen saisonbedingt rote Zahlen auf. Die Zahl der Reisegäste sei leicht um 1,3 Prozent auf 3,23 Millionen Euro zurückgegangen.

Von: ddp
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