Vural Öger wechselt in Aufsichtsrat

Thomas Cook übernimmt Öger Tours

12.07.2010 - 12:04 0 Kommentare

Nachdem die Verhandlungen zunächst abgebrochen worden waren, hat Vural Öger seine Touristikfirma Öger Tours nun doch an Thomas Cook verkauft. Er wechselt in den Aufsichtsrat von Thomas Cook Deutschland und leitet gemeinsam mit Tochter Nina Öger die Türkeigeschäfte weiter.

 - © ©  -

©

Der Touristikkonzern Thomas Cook übernimmt den auf Türkeireisen spezialisierten Hamburger Reiseveranstalter Öger Tours. Der Kaufpreis betrage rund 30 Millionen Euro und setze sich zusammen aus einer Barzahlung sowie Kreditschulden und ähnlichen Verbindlichkeiten, teilte die Thomas Cook Group am Montag in London mit.

Öger Tours-Firmengründer Vural Öger sprach von einer «zukunftsweisenden Entscheidung» für die Fortführung seines «Lebenswerkes». Bereits in den vergangenen Monaten hatte der 68-Jährige Verkaufsgespräche Thomas Cook geführt, die aber zunächst gescheitert waren.

Spezialveranstalter für Türkei

Thomas Cook will die Marke Öger als Spezialveranstalter für Reisen in die Türkei und benachbarte Zielgebiete nach eigenen Angaben weiter nutzen und den Standort Hamburg beibehalten. Vural Öger wird Mitglied im Aufsichtsrat von Thomas Cook Deutschland. Gemeinsam mit seiner Tochter Nina will er außerdem weiter die Geschäfte in der Türkei leiten.

Der Kauf soll Synergien in Höhe von acht Millionen Euro pro Jahr bringen. Erreicht werden könne dies vor allem durch operative Einsparungen, die verstärkte Nutzung der Fluggesellschaft Condor, eine bessere Auslastung der Flugzeuge sowie den gemeinsamen Einkauf beispielsweise von Flügen und Hotels, teilte Thomas Cook mit. Die Einsparungen sollen im zweiten Geschäftsjahr nach der Übernahme voll greifen.

Thomas Cook übernimmt nur das in Deutschland beheimatete Reiseveranstaltergeschäft von Öger Tours. Im Besitz von Vural Öger bleiben weitere Geschäftsbereiche in der Türkei. Diese sollen den Konzern künftig kostenfrei mit Agentur- und Hotelleistungen im Wert von 2,5 Millionen Euro beliefern. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission und soll bis Ende September 2010 abgeschlossen sein.

Verkauf zunächst gescheitert

Bereits in den vergangenen Monaten hatte Öger mit Thomas Cook Verkaufsgespräche geführt. Allerdings sei man sich in vielen Punkten uneinig gewesen und habe dann die Verhandlungen abgebrochen, teilte der Unternehmer mit. Im Januar 2009 war der Verkauf von Öger an den russischen Oligarchen Alexander Lebedew und dessen schweizerischer Firma Alpstream AG gescheitert.

Öger Tours beförderte den Angaben zufolge im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag 31. Oktober 2009) mehr als 400 000 Passagiere und erzielte einen Umsatz von 256 Millionen Euro sowie einen operativen Gewinn von 3,3 Millionen Euro. Allerdings hatte das Unternehmen nach einer außerordentlichen Wertberichtigung von 8,8 Millionen Euro einen Verlust vor Steuern von 7,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Zur Thomas Cook Group gehören unter anderem Neckermann Reisen, Bucher Reisen sowie die Ferienfluggesellschaft Condor. In Deutschland wird der Konzern von der Thomas Cook AG mit Sitz in Oberursel bei Frankfurt vertreten.

Von: ddp
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Triebwerk einer Air-Berlin-Maschine: Wann läuft die Operation wieder reibungslos? Air Berlin: Donnerstag wieder auf Flughöhe

    Laut Air Berlin haben sich etliche Piloten wieder gesund gemeldet, sodass der Flugbetrieb sich am Donnerstag wieder normalisieren soll. Noch fallen zahlreiche Flüge aus - und das nicht nur bei dem insolventen Carrier selbst.

    Vom 13.09.2017
  • Airbus A320 der Niki Auch Niki droht offenbar die Insolvenz

    Die Touristiktochter Niki ist das Tafelsilber der Air Berlin: nicht pleite und zudem äußerst profitabel. Doch das könnte sich aber ändern. Ein "Schönheitsfehler" des Carriers könnte sich derweil in Wohlgefallen auflösen.

    Vom 05.09.2017
  • Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft. Touristik-Verband fordert Aus der Luftverkehrssteuer

    Der Bundesverband der Tourismuswirtschaft formuliert seine Wünsche an die nächste Bundesregierung. Neben einem Ende der umstrittenen Ticketsteuer äußert sich der BTW auch zum Poker um die insolvente Air Berlin.

    Vom 01.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Frankfurt Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »