Thomas Cook rechnet mit schwierigem Jahr

28.03.2012 - 12:28 0 Kommentare

Der Touristikkonzern Thomas Cook hofft nach einer schwachen Wintersaison auf ein besseres Geschäft im Sommer. Insgesamt erwartet das Unternehmen aber ein schwieriges Jahr.

Der angeschlagene Reiseveranstalter Thomas Cook hofft nach einer schwachen Wintersaison auf ein besseres Geschäft im Sommer. Vor allem in Frankreich hielten sich die Kunden mit Buchungen zurück, teilte der Mutterkonzern von "Neckermann Reisen", Öger Tours und der Fluglinie Condor am Mittwoch im britischen Peterborough mit. Urlauber aus Großbritannien und Mitteleuropa - wozu vor allem Deutschland zählt - hätten in den vergangenen Wochen allerdings wieder verstärkt Reisen gebucht. Übergangschef Sam Weihagen sieht sich dadurch ermutigt. Dennoch rechnet er insgesamt mit einem "anspruchsvollen Jahr unter schwierigen Rahmenbedingungen" - vor allem wegen der allgemeinen Wirtschaftslage.

Die Thomas-Cook-Aktie sprang nach den Nachrichten anfangs um fast zehn Prozent in die Höhe. Zuletzt lag das Papier am späten Vormittag noch mit 2,02 Prozent im Plus bei 23,72 britischen Pence. Nach dem schweren Kursrutsch um gut 90 Prozent im vergangenen Jahr hat die Aktie seit Januar nun um zwei Drittel zugelegt.

Im Winterhalbjahr hatte Thomas Cook allerdings weiter zu kämpfen. Vor allem in Frankreich gingen die Buchungszahlen deutlich zurück. Die Franzosen haben traditionell eine Vorliebe für nordafrikanische Länder wie Ägypten, Tunesien und Marokko, in denen der Tourismus seit mehr als einem Jahr unter den politischen Umwälzungen leidet. In West- und Osteuropa verkaufte Thomas Cook deshalb 18 Prozent weniger Reisen als ein Jahr zuvor. Allerdings hatte der Veranstalter das Angebot zuvor im gleichen Maße zusammengestrichen, um nicht am Ende auf Flugtickets und leeren Hotelbetten sitzenzubleiben. In Großbritannien fielen die Buchungen um nun vier Prozent schwächer aus als vor einem Jahr, in Mitteleuropa um drei Prozent.

Für die bevorstehende Sommersaison sieht die Entwicklung etwas besser aus. In Großbritannien verkaufte Europas zweitgrößter Reiseveranstalter bislang zwei Prozent weniger Reisen als vor einem Jahr. Vor allem das Pauschalreisegeschäft mit seinen geringen Gewinnspannen ging zurück: Hier hatte der Tui-Konkurrent sein Angebot angesichts des harten Preiskampfs in der Branche zusammengestrichen. Das lukrative Geschäft mit Individualreisen und Spezialprodukten legte hingegen deutlich zu. In Mitteleuropa liegen die Buchungen insgesamt auf Vorjahresniveau, in West- und Osteuropa ging die Nachfrage um elf Prozent zurück.

Im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende September 2011 war Thomas Cook wegen schwacher Geschäfte in Großbritannien und der Nordafrika-Unruhen tief in die roten Zahlen gerutscht. Weil das Management zudem hohe Abschreibungen vornahm, stand unter dem Strich damals ein Verlust von mehr als einer halben Milliarde Pfund. Die Banken sicherten dem Unternehmen mit einem Notkredit das Überleben.

Unterdessen sucht das Unternehmen weiter nach einem neuen Chef. Seit dem Rücktritt des langjährigen Konzernlenkers Manny Fontenla-Novoa im Sommer 2011 führt Sam Weihagen übergangsweise die Geschäfte.

Von: dpa-AFX
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