Thomas Cook rechnet mit mehr Last-Minute-Reisen

11.02.2016 - 11:47 0 Kommentare

Der Reisekonzern Thomas Cook hofft trotz der aktuell verbreiteten Terrorangst auf Türkei-Urlauber. Der Veranstalter rechnet mit einer Verlagerung hin zu Last-Minute-Reisen. Die zum Konzern gehörende Condor hat sich darauf eingestellt.

Zentrale von Thomas Cook in Oberursel. - © © Thomas Cook -

Zentrale von Thomas Cook in Oberursel. © Thomas Cook

Die Terroranschläge in Paris und Istanbul haben auch bei Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter Thomas Cook Spuren im Geschäft hinterlassen. Ein Teil der Kunden habe die Urlaubsplanung wegen der Unsicherheit vertagt, sagte Konzernchef Peter Fankhauser am Donnerstag in London. Der Veranstalter, der in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor vertreten ist, erwartet jetzt insgesamt einen Trend zu Last-Minute-Buchungen. Die Nachfrage nach Türkei-Urlauben dürfte aber rasch wieder anziehen, sagte Fankhauser.

Die düsteren Aussichten für den Türkei-Tourismus kommen nicht überraschend. Am Dienstag hatte der weltgrößte Reisekonzern Tui für das Land am Bosporus einen Buchungsrückgang um 40 Prozent gemeldet. Thomas Cook machte dazu keine genauen Angaben, hat das eigene Türkei-Angebot im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 29 Prozent gekappt.

© dpa, Wolfram Kastl Lesen Sie auch: Reiseveranstalter spüren Folgen von Terroranschlägen

Thomas Cook und Condor verfolgen laut einem Airline-Sprecher eine klare Strategie, um die Auswirkungen von Nachfrageverschiebungen Richtung Türkei und Nordafrika zu begrenzen. So sei ein Teil der Kapazitäten in andere Destinationen verlagert worden, teilte er auf Nachfrage von airliners.de mit. Gleichzeitig würden ausreichend Kapazitäten bereitgehalten, um von einer wieder erstarkter Nachfrage nach Reisen in die Türkei und nach Nordafrika zu profitieren.

Spanien- und Bulgarien-Angebot wird ausgeweitet

Auch insgesamt liegen die Buchungen bei dem Veranstalter hinter dem Vorjahr zurück. Bis jetzt seien von allen Sommer-Angeboten erst 29 Prozent verkauft - zwei Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Thomas Cook weitet nun das Angebot etwa für Spanien samt Inseln sowie für Bulgarien aus. Die Türkei gehört im Sommer zu den wichtigsten Flugreisezielen der Europäer, Thomas Cook ist mit seiner Tochter Öger Tours in dem Segment besonders stark vertreten.

Derweil müssen sich die großen Veranstalter in Deutschland einem harten Preiskampf in der Branche stellen: Während in Großbritannien und Nordeuropa die Preise für den Sommer bisher anziehen, seien sie in Deutschland unter Druck, hieß es bei Thomas Cook. Auch Tui hatte von einem harten Wettbewerb berichtet.

Weggefallene Urlaubsziele bislang wettgemacht

In der Wintersaison konnte Thomas Cook den Wegfall von Tunesien und eines Teils von Ägypten als Urlaubszielen bislang wettmachen. Nach dem tödlichen Anschlag auf ein Hotel im tunesischen Sousse und dem mutmaßlichen Abschuss eines russischen Passagierjets über Ägypten waren Tunesien und die ägyptische Region um Sharm-El-Sheikh als Reiseziele weggefallen. Als Alternativen waren den Angaben zufolge nun Spanien inklusive den Kanaren und fernere Ziele gefragt.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember verbuchte Thomas Cook wegen der starken britischen Währung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Pfund (1,8 Mrd Euro). Währungsbereinigt hätte der Umsatz um ein Prozent zugelegt. Während der saisontypische Verlust im laufenden Geschäft ohne Sondereffekte von 53 Millionen auf 49 Millionen Pfund schrumpfte, ließen Umbaukosten bei den britischen Reisebüros den Vorsteuerverlust um eine Million auf 116 Millionen Pfund wachsen.

Von: gk, dpa

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