Flugzeugverkäufe

Thomas Cook kämpft gegen die Krise

11.05.2012 - 15:43 0 Kommentare

Der Veranstalter Thomas Cook rechnet nach einem harten Winterhalbjahr mit weiteren Abschreibungen in Millionenhöhe. Auch die Sommersaison läuft bislang nur schleppend an. Flugzeugverkäufe sollen nun frisches Geld in die Kassen spülen.

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook - © © AirTeamImages.com - D. Pedley

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook © AirTeamImages.com /D. Pedley

Der Reiseveranstalter Thomas Cook kommt nicht aus der Krise. Nach einem verlustreichen Winterhalbjahr rechnet das Management in Nordamerika und Frankreich mit Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe. Zudem läuft das Geschäft mit Nordafrika-Reisen nach den politischen Umwälzungen in Ägypten und Tunesien weiter schwach. Jetzt holt sich der Konzern, der in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor vertreten ist, mit dem Verkauf von 17 seiner 90 Flugzeuge 183 Millionen Pfund (228 Mio Euro) in die Kasse. Die Boeing-Jets mietet der Veranstalter anschließend wieder zurück. Er braucht die Maschinen: Die Sommerbuchungen zogen in den vergangenen Wochen wieder an.

Tief in den roten Zahlen

Weitaus schlechter sah es im Winter aus. Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März stieg der operative Verlust vor Sondereffekten um 58 Prozent auf 263 Millionen Pfund. Dabei sind die zu erwartenden Abschreibungen noch nicht eingerechnet. Die Aktie verlor in London zeitweilig mehr als fünf Prozent.

Vorstandschef Sam Weihagen rechnet damit, dass er den Wert der Geschäftsbereiche in Nordamerika und Frankreich um 265 Millionen Pfund nach unten korrigieren muss. Auch hat sich der Konzern voraussichtlich zu viel Steuerguthaben angerechnet und muss 70 Millionen Pfund für den Umbau seines Geschäfts in Großbritannien, Westeuropa und Nordamerika ausgeben. Zusammen mit den Abschreibungen drohen daher Belastungen von rund 380 Millionen Pfund.

Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Auch Konkurrent Tui Travel war im Winter etwas tiefer in die Verlustzone geraten. Thomas Cook steht allerdings deutlich schlechter da. Schon im vergangenen Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) hatten hohe Abschreibungen zu einem Verlust von über einer halben Milliarde Pfund geführt. Seinen kompletten Geschäftsabschluss will Thomas Cook noch im Mai vorlegen.

Weniger Buchungen

Die wichtige Sommersaison läuft bei Cook bislang nur schleppend an. In den meisten Ländern haben die Kunden bislang weniger Reisen gebucht als vor einem Jahr. In Zentraleuropa, wozu auch Deutschland gehört, liegt das Geschäft bei etwas höheren Preisen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Fluggesellschaft Condor zählt nach einem starken Winter erneut mehr Buchungen.

Erst am vergangenen Wochenende hatten die Banken dem Veranstalter mit einem milliardenschweren Kreditpaket Luft für die nächsten drei Jahre verschafft. Darlehen und Kreditlinien über 1,4 Milliarden Pfund wurden bis Mai 2015 verlängert. In dieser Höhe liegt auch die Gesamtverschuldung des Konzerns. Nun sollen die Erlöse aus dem Verkauf von Hotels und Flugzeugen das Konto aufbessern. Für den Verkauf von zwei weiteren Maschinen hat Cook bereits Absichtserklärungen unterzeichnet.

Von: dpa
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