Quartalsbilanz Thomas Cook in den roten Zahlen

03.08.2012 - 07:33 0 Kommentare

Thomas Cook hat von April bis Juni weniger Umsatz und einen höheren Verlust verbucht. Volle Urlaubsflieger und aktuelle Buchungstrends sorgen dennoch für Zuversicht bei der Konzernspitze.

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook - © © AirTeamImages.com - D. Pedley

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook © AirTeamImages.com /D. Pedley

Der angeschlagene Reiseveranstalter Thomas Cook ist nach dem desolaten Winter auch zu Beginn des Sommerhalbjahrs in die roten Zahlen gerutscht. Angesichts prall gefüllter Urlaubsflieger sieht die neue Konzernspitze um Unternehmenschefin Harriet Green allerdings Grund zur Zuversicht. Im Juni und Juli seien die Maschinen so voll gewesen wie nie zuvor.

Auch die Buchungszahlen hätten in den vergangenen Wochen stark angezogen, teilte das Unternehmen, das in Deutschland vor allem durch seine Marke Neckermann Reisen und die Fluglinie Condor bekannt ist, am Donnerstag in Peterborough mit.

Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni sank der Umsatz um sechs Prozent auf 2,3 Milliarden Pfund (2,9 Mrd. Euro). Dabei litt Thomas Cook unter der Wechselkursentwicklung zwischen Euro und Pfund. Im operativen Geschäft stand - Sondereffekte herausgerechnet - ein Verlust von 26,5 Millionen Pfund zu Buche. Im Vorjahr hatte hier noch ein Gewinn von 20,1 Millionen Pfund gestanden. Der Verlust vor Steuern stieg nun von 56,7 auf 96,0 Millionen Pfund. Konkurrent Tui Travel will seine Quartalszahlen am kommenden Donnerstag (9. August) vorlegen.

Bei Thomas Cook müssen Aktionäre und Mitarbeiter nun auf das Wirken der neuen Chefin Harriet Green hoffen, die nach fast einem Jahr der Übergangslösung Ende Juli ihren Job angetreten hat. Anfang August 2011 hatte sich Thomas Cook von seinem langjährigen Chef Manny Fontenla-Novoa getrennt, nachdem immer schwächere Ergebnisse den Aktienkurs hatten über Monate hinweg abstürzen lassen. Nachfolgerin Green kündigte einen "klaren Plan" an, der Thomas Cook neuen Schwung verleihen soll. Diesen will sie im kommenden Frühjahr vorstellen.

Das laufende Jahr bleibt aus Sicht des Managements weiterhin schwierig. Dennoch sieht sich Green von den aktuellen Buchungstrends ermutigt. Im Heimatmarkt Großbritannien blieben die Buchungen stabil, die Nachfrage nach Pauschalreisen zog im Juli stark an. Im Deutschlandgeschäft legten die Buchungen um zwei Prozent zu, die Preise stiegen im gleichen Maß. Weniger gut verkauften sich die Reisepakete zu den Olympischen Spielen und den Paralympics, die Thomas Cook für Firmenkunden geschnürt hatte.

Im Mai hatte der angeschlagene Reiseveranstalter in seinem Kampf ums Überleben mehr Zeit von seinen Geldgebern bekommen. Der Konzern einigte sich mit den Banken dabei auf ein neues Kreditpaket über 1,4 Milliarden Pfund.

Im ersten Geschäftshalbjahr (Ende März) war Thomas Cook tief in die roten Zahlen gestürzt: Im saisonbedingt ohnehin schwachen Winterhalbjahr stand unter dem Strich ein Verlust von 594 Millionen britischen Pfund. Das war fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor und mehr als der Rekordverlust aus dem gesamten Geschäftsjahr 2010/2011.

Von: dpa-AFX
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