Thomas Cook muss Gewinn erneut zusammenstreichen

24.09.2018 - 16:34 0 Kommentare

Das heiße Wetter in Mitteleuropa und ein Preiskampf im Last-Minute-Geschäft haben dem Reiseveranstalter Thomas Cook seine Gewinnpläne noch stärker vermasselt als gedacht.

Thomas-Cook-Logo - © © dpa -

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Der Veranstalter hat seine Erwartungen für das Geschäftsjahr zusammen gestrichen - und das schon zum zweiten Mal in diesem Sommer. "Die jüngste Buchungsentwicklung ist klar enttäuschend", sagte Konzernchef Peter Fankhauser. "Viele Kunden haben die Sonne im Juni und Juli zu Hause genossen und ihr Reisen ins Ausland auf später verschoben."

An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kurssturz. Kurz nach Handelsstart in London sackte der Kurs der Thomas-Cook-Aktie um fast 25 Prozent in den Keller. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit mehr als die Hälfte an Wert verloren.

Zweite Gewinnkorrektur in diesem Sommer

Für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr 2017/18 rechnet Unternehmenslenker Fankhauser jetzt nur noch mit einem um Sonderposten bereinigten operativen Gewinn von 312 Millionen Euro. Erst Ende Juli hatte er die Erwartungen auf etwa 357 Millionen Euro eingedampft, da sich der Preiskampf im Last-Minute-Geschäft damals schon abzeichnete. Auch der weltgrößte Reisekonzern Tui hatte die Gewinnerwartungen im August etwas gedämpft. Bei Thomas Cook lief es nun jedoch noch schlechter als erwartet.

Die Zurückhaltung der Kunden in den ersten Sommermonaten habe den Wettbewerb unter den Veranstaltern verschärft, schilderte Fankhauser die Entwicklung. Dies habe im Last-Minute-Geschäft im August und September ungewöhnlich hohe Preissenkungen nach sich gezogen. Reiseveranstalter versuchen in diesem Fall vor allem fest eingekaufte Hotelzimmer und Flugtickets mit teils hohen Rabatten loszuschlagen, um nicht am Ende darauf sitzen zu bleiben.

Condor verkauft mehr Tickets

Einen deutlichen Schub verbuchte der Veranstalter beim Verkauf reiner Flugtickets. Die Fluggesellschaften des Konzerns, darunter die deutsche Fluglinie Condor, wurden 15 Prozent mehr Tickets los als ein Jahr zuvor. Die Preise legten hier zwar um ein Prozent zu. Allerdings habe die harte Konkurrenz auf der Kurz- und Mittelstrecke zuletzt auf die Preise gedrückt, hieß es.

Nach der Insolvenz von Air Berlin im Sommer 2017 hatte sich Condor einen Teil der Flugzeuge und der Start- und Landerechte der einst zweitgrößten deutschen Airline gesichert. Zugleich baute sie ihr Flugangebot für den deutschen Markt 2018 kräftig aus. Die Neuordnung des deutschen Flugmarkts löste aber auf Strecken zu beliebten Urlaubszielen einen harten Preiskampf aus, da mehrere Fluglinien zusätzliche Flüge etwa nach Mallorca anboten.

Von: dpa-AFX, br
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