Halbjahresbilanz

Thomas Cook fliegt tiefer in Verlustzone

14.05.2009 - 13:40 0 Kommentare

Europas zweitgrößter Tourismuskonzern Thomas Cook gerät tiefer in die Verlustzone. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/2009 (Ende September) hat der Konzern einen Nettoverlust von 207,3 Millionen Pfund (rund 230 Mio Euro) erlitten, das waren 17,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Eine Boeing 767 der Condor - © © Condor -

Eine Boeing 767 der Condor © Condor

Ursache des Anstiegs der Schulden auf 207,3 Millionen Pfund sei vor allem die erhöhte Verschuldung, die nach Zukäufen und Aktienrückkäufen Ende März bei mehr als einer Milliarde Pfund gelegen habe und die Finanzierungskosten erhöhte. Innerhalb eines Jahres hat sich damit die Verschuldung verfünffacht. Zu den Zukäufen zählt unter anderem der 24,9-Prozent-Anteil an dem Ferienflieger Condor, für den Thomas Cook der Lufthansa im Februar knapp 80 Millionen Euro zahlte.

Die Umsätze des deutsch-britischen Konzerns stiegen im Halbjahr um 12,6 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Pfund. Der Zuwachs ist aber nur auf Währungseffekte zurückzuführen, da der Konzern seine Bilanz in Pfund veröffentlicht, einen großen Anteil seiner Geschäfte aber in Euro abwickelt. Unter Herausrechnung der Währungseffekte wären die Umsätze um 3,7 Prozent gesunken.

Ein vom Konzern ausgewiesener, um bestimmte Sondereffekte bereinigter operativer Verlust lag bei 110,9 Millionen Pfund, das sind 15,6 Prozent weniger Verlust als im Vorjahreszeitraum. Das Winterhalbjahr gilt in der Branche allerdings traditionell als schwach.

Angesichts gekürzter Kapazitäten in der gesamten Branche und Preiserhöhungen vor allem in Großbritannien zeigte sich Konzernchef Manny Fontenla-Novoa in einer Telefonkonferenz optimistisch. Trotz der Wirtschaftskrise seien die Verkäufe robust. Die Schweinegrippe werde nur einen geringen Einfluss haben, da in Kontinentaleuropa zum Beispiel das Mexiko-Geschäft weniger als ein Prozent ausmache. In Nordamerika, wo Mexiko eine größere Rolle spiele, seien aber rund 19 Prozent der Mexiko-Buchungen storniert worden.

Von: dpa
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