Nordafrika-Krise belastet weiter

Thomas Cook erwartet weniger Gewinn

12.07.2011 - 09:21 0 Kommentare

Die Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten dürften sich bei dem Reiseveranstalter Thomas Cook stärker bemerkbar machen als bisher angenommen. Das Unternehmen rechnet mit einem deutlichen Gewinnrückgang.

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook - © © AirTeamImages.com - D. Pedley

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook © AirTeamImages.com /D. Pedley

Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter Thomas Cook machen die Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten weiter schwer zu schaffen. Die Belastungen fielen deutlich höher aus als zuvor geschätzt, teilte das Unternehmen, das in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor präsent ist, am Dienstag im britischen Peterborough mit.

Im gesamten Geschäftsjahr bis Ende September dürfte der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn von 362 Millionen auf 320 Millionen britische Pfund (362 Mio. Euro) zurückgehen.

Für das dritte Geschäftsquartal bis Ende Juni rechnet Thomas Cook nur noch mit einem bereinigten operativen Gewinn von 20 Millionen britischen Pfund, ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Sonderbelastungen etwa für Umstrukturierungen im Unternehmen sind da bereits herausgerechnet.

In den ersten neun Monaten würde Thomas Cook damit beim bereinigten operativen Ergebnis voraussichtlich um 40 Millionen Pfund schwächer abschneiden als ein Jahr zuvor. Reiseveranstalter fahren den Großteil ihrer Gewinne in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Zu kämpfen hat Thomas Cook den Angaben zufolge vor allem auf seinen Absatzmärkten Frankreich und Großbritannien. Die Franzosen wollen sich für die dort sonst beliebten Reisen nach Ägypten, Tunesien und Marokko noch immer nicht richtig begeistern. In Großbritannien bremst die schwierige wirtschaftliche Lage den Absatz.

In Zentraleuropa einschließlich Deutschland zeigt die Entwicklung hingegen nach oben. Trotz eines um sieben Prozent reduzierten Flug- und Bettenangebots legten die Reisebuchungen im Vergleich zum Sommer 2010 um zwei Prozent zu. Die verkauften Reisen wurden dabei im Schnitt um drei Prozent teurer.  

Von: dpa-AFX
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