Thomas Cook besetzt Vorstandsspitze neu

24.05.2012 - 13:53 0 Kommentare

Nach turbulenten Monaten hat der in die Krise geratene Reiseveranstalter Thomas Cook endlich eine neue Vorstandschefin gefunden. Harriet Green kommt zwar nicht aus der Reisebranche, hat aber Erfahrungen im Konzernumbau.

Harriet Green - © © Premier Farnell -

Harriet Green © Premier Farnell

Der angeschlagene Reiseveranstalter Thomas Cook hat nach monatelanger Suche eine neue Vorstandschefin gefunden. Ende Juli werde Harriet Green den Posten von Sam Weihagen übernehmen, teilte der Tui-Konkurrent am Donnerstag im englischen Peterborough mit. Green kommt nicht aus der Reisebranche. Sie ist derzeit noch Chefin des Elektronikgroßhändlers Premier Farnell. Für die Aufgabe bei Thomas Cook sei sie dank ihrer Erfahrung bei strategischen, weltweiten Neuausrichtungen von Unternehmen gut geeignet, hieß es.

Die 50 Jahre alte Green ist Mitglied einer Gruppe, die die Regierung von Premierministers David Cameron in Wirtschaftsfragen berät. «Thomas Cook ist eine der traditionsreichsten Marken in der Reisebranche», erklärte sie am Donnerstag. Nachdem das Unternehmen sich nach einem heftigen Gewinneinbruch im Sommer 2011 von Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa getrennt hatte, übernahm Weihagen den Posten übergangsweise.

Der Reiseveranstalter steckt derzeit in einer tiefen Krise und in einem grundlegenden Konzernumbau. Anfang Mai hatte Thomas Cook erst angekündigt, den Finanzvorstand auszutauschen. Die Briten haben derzeit massive finanzielle Probleme, konnten allerdings Anfang Mai einen Erfolg vermelden. Der Konzern, der in Deutschland unter anderem mit den Marken Neckermann Reisen, Bucher Last Minute und Öger Tours vertreten ist, hat sich mit den Banken auf ein neues Kreditpaket geeinigt. Damit hat Thomas Cook im Kampf ums Überleben mehr Zeit.

Die Schulden von von 1,4 Milliarden britischen Pfund (1,7 Mrd Euro) muss das Unternehmen nun nicht vor Mai 2015 zurückzahlen. Um zu Geld zu kommen, will sich Thomas Cook von weiteren Hotels trennen sowie Flugzeuge verkaufen und zurückmieten. Von einem Verkauf der deutschen Fluglinie Condor oder des Frankreich-Geschäfts, über den zuvor spekuliert worden war, ist keine Rede. Verkauft haben die Briten dagegen Anfang der Woche ihr Indien-Geschäft für knapp 100 Millionen Pfund.

Im Gegenzug zu den neuen Kreditlinien können die Banken einen Anteil von fünf Prozent zu einem Schnäppchenpreis an dem Unternehmen übernehmen. Außerdem steigen die Zinsen. Bereits im November hatte sich Thomas Cook eine Kreditlinie über 200 Millionen Pfund damit erkauft, dass sich die Banken am Unternehmen beteiligen dürfen.

Thomas Cook war angesichts der politischen Umwälzungen im Nahen Osten und einem harten Preiskampf auf dem britischen Reisemarkt in die roten Zahlen gestürzt. Wegen immenser Abschreibungen verbuchte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010/2011 (bis Ende September) einen Verlust von mehr als einer halben Milliarde Pfund. Der langjährige Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa nahm im Sommer seinen Hut. Sein Stellvertreter Weihagen übernahm daraufhin übergangsweise das Amt.

Von: dpa-AFX
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