Thomas Cook an der Londoner Börse - 4,7 Milliarden Euro Börsenwert

19.06.2007 - 10:00 0 Kommentare

Frankfurt/London (dpa) - Europas zweitgrößter Tourismuskonzern Thomas Cook ist jetzt ein britisches Unternehmen. Am Dienstag begann der Handel mit den Aktien der neuen Thomas Cook Group plc an der Börse in London. Der erste Kurs betrug 326 Pence (4,82 Euro) je Aktie. Das Unternehmen hat damit insgesamt einen Börsenwert von rund 4,7 Milliarden Euro. Mehrheitseigentümer mit 52 Prozent ist die KarstadtQuelle AG.

Die neue britische Thomas Cook war durch die Fusion der deutschen Thomas Cook AG und der britischen MyTravel entstanden. Dabei hatten die MyTravel-Aktionäre 48 Prozent am neuen Unternehmen erhalten. Zusammen kommt die Gruppe auf einen Jahresumsatz von rund zwölf Milliarden Euro. Die Thomas Cook AG zählte zuletzt weltweit knapp 20 000 Mitarbeiter, MyTravel kam auf knapp 13 000 Beschäftigte.

«Wir sind überzeugt, dass Thomas Cook Group plc nach dem erfolgreichen Börsenstart ihr großes Wertsteigerungspotenzial schnell realisieren wird», sagte KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff zum Handelsstart. Außerdem gebe es wegen der fehlenden Schulden einen «großen Handlungsspielraum». In der Branche werden weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen.

Der Kern der deutschen Thomas Cook AG war 1998 durch die Fusion der Fluggesellschaft Condor (Lufthansa) mit dem Reiseveranstalter Neckermann (KarstadtQuelle) entstanden. Der Name Thomas Cook wurde später nach einem Zukauf in Großbritannien für den Gesamtkonzern genutzt. Ende vergangenen Jahres einigten sich Lufthansa und KarstadtQuelle, dass KarstadtQuelle das Unternehmen für rund 800 Millionen Euro komplett übernimmt. Zur Lufthansa gehört aber weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an Condor.

Branchenprimus im europäischen Reisegeschäft bleibt die deutsche TUI, die ihr Reisegeschäft ähnlich wie Thomas Cook künftig von Großbritannien aus steuert. Die TUI Travel plc kommt zusammen mit dem fusionierten britischen Veranstalter First Choice auf rund 18 Milliarden Euro Umsatz.

Nach den Worten von Middelhoff könnte auch der KarstadtQuelle- Konzern an der Londoner Börse gelistet werden. «London hat mehr gut informierte Investoren in den Bereichen Einzelhandel und Freizeit», sagte Middelhoff der «Financial Times» vom Dienstag. Es gehe aber eher um eine Zweitregistrierung neben jener in Frankfurt.

Der Konzernchef selbst erwägt nach Angaben der Zeitung nach seiner Zeit bei KarstadtQuelle in rund 18 Monaten einen Wechsel nach London, um möglicherweise im Bereich Beteiligungsfirmen (private equity) tätig zu werden. «Es gibt hier mehr Möglichkeiten als in Deutschland», sagte Middelhoff der Zeitung.

Von: dpa
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