Artikel vom 01.11.2011 0

Luftfahrtbranche in Sachsen mit Nachwuchssorgen 'Karrieretag Luft- und Raumfahrt' in Dresden

Die sächsische Luft- und Raumfahrtindustrie sorgt sich um ihren Fachkräftenachwuchs. Zwar ist der Freistaat mit seinen Bildungseinrichtungen gut aufgestellt, der Industrie gelingt es aber nicht, den Nachwuchs in der Region zu halten.

Eine Mitarbeiterin der IMA - Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH informiert am 1.11.2011 einen Dresdner Studenten während des ersten

Eine Mitarbeiterin der IMA - Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH informiert am 1.11.2011 einen Dresdner Studenten während des ersten "Karrieretag Luft- und Raumfahrt" am Flughafen in Dresden.

Die Luft- und Raumfahrtbranche in Sachsen sorgt sich um Nachwuchskräfte. Die Industrie schaffe es nicht, junge Leute in der Region zu halten, sagte der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen, Timo Grahnert, am Dienstag in Dresden. Mit dem ersten Karrieretag für Luft- und Raumfahrt warben die sächsischen Firmen der Branche um Fachkräfte.

22 Aussteller präsentierten sich dazu am Dienstag am Dresdner Flughafen. Darunter waren Firmen, Branchenverbände und die Technische Universität Dresden. Ein Ziel der eintägigen Messe sei es gewesen, die Bekanntheit der Firmen zu steigern, um Arbeitskräfte im Freistaat zu halten.

In der Branche in Sachsen gibt es 140 Unternehmen mit 5.600 Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten sie den Angaben zufolge einen Umsatz von 700 Millionen Euro. Mit seinen Bildungseinrichtungen und der Vernetzung zwischen Firmen und Forschung sei der Freistaat gut aufgestellt, sagte Grahnert. Trotzdem schaffe es die Industrie nicht, den Nachwuchs in der Region zu halten. «Ein enormes Potenzial geht verloren», sagte der Luftfahrtexperte.

Viele Studenten gehen nach Westdeutschland

Den Angaben zufolge gehen 41 Prozent der sächsischen Universitätsabsolventen aus den branchenrelevanten Studiengängen nach ihrem Abschluss in andere Bundesländer. Jeder dritte Student aus dem Bereich absolviert bereits seine Praktika meist in den großen Branchenzentren in Bayern, Hamburg oder Niedersachsen. Grund sei, dass die sächsische Luft- Raumfahrtindustrie bei Schülern und Studenten zu wenig bekannt sei. Das liegt vor allem daran, dass es sich in Sachsen um kleine und mittelständische Firmen handelt.

Um Arbeitskräfte zu halten oder zurückzugewinnen, «muss man zeigen, was es hier gibt», erläuterte Grahnert. Beim Karrieretag sollte daher Begeisterung und Interesse für Berufe wie Maschinenbauer oder Wirtschaftsingenieur geweckt und es sollten zugleich die Firmen aus der Branche vorgestellt werden. Denn viele potenzielle Berufseinsteiger wüssten nicht, welche Arbeitsbereiche es etwa im Triebwerksbau, in der Innenausstattung oder in der Umrüstung von Flugzeugen gebe.

Den Angaben zufolge ist der Karrieretag der Auftakt für weitere Werbeaktionen. Geplant sei, ein Netzwerk für Jobs in der Luft- und Raumfahrtbranche in Sachsen aufzubauen. Einen zweiten Karrieretag soll es im kommenden Jahr geben.

Stand: 01.11.2011 - 5:04 PM Uhr

Quelle: dapd

Empfehlen:

Anzeigen

Kommentare
Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen

mit Unterstützung durch Disqus
Aktuell kommentiert
Powered by Disqus