Artikel vom 13.01.2012 0
Air Asia X kappt Europastrecken Emissionshandel, Steuern, Wirtschaftsschwäche
© AirTeamImages.com /Steve Morris
Bug eines Airbus A340-300 der AirAsia X
Der malaysische Langstrecken-Billigflieger Air Asia X zieht sich aus Europa zurück. Die Routen von Kuala Lumpur nach London-Gatwick und Paris-Orly sollen zum 31. März eingestellt werden, berichtet das Branchenportal „Air Transport World“ am Freitag. CEO Azran Osman-Rani nannte als Begründung für diesen Schritt den zum Januar eingeführten Emissionshandel in der EU sowie „ausufernde“ Passagiersteuern in Großbritannien. Doch auch die weiter steigenden Kerosinkosten sowie die nachlassende Kaufkraft in Europa machen der Air Asia X zu schaffen. Die Fluglinie hatte im vergangenen Jahr auch mit dem Gedanken gespielt, Flüge nach Deutschland aufzunehmen.
Zugleich kappt die Lowfare-Airline aber auch die bislang nicht gewinnbringenden Flüge nach Mumbai und Delhi. Hier sollen die hohen Gebühren an den Airports sowie Visa-Probleme beim reisen zwischen Malaysia und Indien Schuld seien. Künftig will sich die Fluglinie auf profitablere Verbindungen innerhalb der Asien-Pazifik-Region konzentrieren. Das Langstrecken-Lowfare-Konzept werde aber beibehalten, sagte Osman-Rani. Als Kernmärkte nannte er unter anderem China, Taiwan, Korea und Japan. Neu hinzu kommt auch eine Verbindung zwischen Kuala Lumpur und Sydney.
Die malaysische Air Asia war die erste Airline, die das Lowcost-Prinzip zunächst erfolgreich auf die Langstrecke übertragen hatte. Während sie selbst alle Strecken innerhalb eines Radius von vier Flugstunden bedient, übernimmt die Beteiligung Air Asia X alle Langstrecken. Das Konzept basiert dabei auf den kurzen Turn-around-Zeiten an zumeist kleineren Flughäfen.
Problematischer wird dies jedoch auf den Langstrecken, denn diese benötigen Passagiere, die an den größeren und teuren Drehkreuzen umsteigen. So scheiterte 2006 die chinesische Hong Kong Airlines, die die Südostasienmetropole mit London und Vancouver verband und ebenfalls Berlin im Visier hatte. Die indische Kingfisher flog auf ihrer Londonverbindung hohe Verluste ein und zog sich wieder zurück.
AirAsia ist der größte Billigflieger der Region mit mehr als 400 täglichen Flügen zu über 60 Zielen innerhalb Malaysias und Südostasiens. Hinzu kommen Tochterunternehmen in Indonesien, Thailand und auf den Philippinen. Auch in Japan steht eine Tochter in den Startlöchern. An der Langstrecken-Lowcost-Airline AirAsia X ist AirAsia zu 20 Prozent beteiligt.
Die Flotte der AirAsia umfasst derzeit 93 Airbus A320-200, die ein Durchschnittsalter von 3,5 Jahren aufweisen. Weitere 78 Flugzeuge dieses Typs sowie 200 Maschinen der neuen kerosinsparenden Version A320neo sind bestellt. Bei AirAsia X fliegen zwei Airbus A340-300 sowie neun A330-300. Hier liegt das Flottendurchschnittslater bei 5,4 Jahren. Bestellt sind 17 weitere A330-300, drei A330-200 sowie zehn A350-900 XWB.
Stand: 13.01.2012 - 11:29 AM Uhr
Quelle: airliners.de
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